Haitianische Migrant*innen Opfer von Polizeigewalt


(Port-au-Prince, 15. September 2009, alterpresse).- Die bahamaische Zeitung „The Tribune“ berichtete auf ihrer Internetseite, dass haitianische Migrant*innen auf den Bahamas Opfer von Polizeigewalt der Einwanderungsdienste des Landes geworden sind.

So würden Kinder zwischen fünf und acht Jahren mit Waffengewalt dazu gezwungen, das Versteck ihrer vor den Behörden flüchtenden Eltern preiszugeben; ganze Familien würden auseinandergerissen, berichtete die Zeitung. Die Eltern würden nach Haiti deportiert und die Kinder von der Polizei scheinbar ohne weitere Versorgung zurückgelassen.

Immer häufiger und gewalttätiger seien die Kontrollen der Polizei, klagten die auf den Bahamas lebenden Haitianer*innen. Diejenigen, die ihren bahamaischen Pass oder ihre Arbeitserlaubnis zur Hand hätten, könnten ruhig schlafen, die jedoch, die einen Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung gestellt hätten, seien vor nichts sicher.

Der Leiter des Einwanderungsministeriums, Jack Thompson, unterstrich, dass es Bestrebungen gebe, die Prüfung der Antragsunterlagen zu beschleunigen. Er verneinte jedoch, dass es gewalttätige Übergriffe gegen haitianische Migrant*innen seitens der Behörden gegeben habe.

Am vergangenen 30. Juli waren bei einer hauptsächlich durch die Einwanderungsbehörde unterstützten Aktion 165 Kinder, Frauen und Männer haitianischer Nationalität festgenommen und nach Haiti deportiert worden. Fast zwei Monate danach sei die haitianische Community immer noch durch diese Vorfälle erschüttert.

Schon im Jahr 2006 hatte die Presse über derartige Methoden berichtet, die teils als „Jagd auf HaitianerInnen“ bezeichnet wurden. Anlass dazu gab die brutale Ergreifung, Festnahme und anschließende Deportation von 300 Haitianer*innen.

Die Unterstützungsgruppe der Rückkehrer*innen und Flüchtlinge GARR (Groupe d´Appui aux Rapatriés et Réfugiés) bezeichnete auch die Situation der Haitianer*innen auf der britischen Inselgruppe der Turks- und Caicosinseln im vergangenen August als alarmierend. Dort gibt es im Gegensatz zu den Bahamas kein haitianisches Konsulat.

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