Mexiko

Härteres Vorgehen gegen Waffenhandel?


(Havanna, 09. Januar 2009, prensa latina).- In Mexiko plant man, härter gegen Grenzbeamte, Militärs und Polizist*innen vorzugehen, denen eine Verwicklung in den illegalen Waffenimport nach Mexiko nachgewiesen werden kann. Eine Kommission des mexikanischen Kongresses prüft derzeit eine entsprechende Gesetzesinitiative.

Die Initiative geht von Senator*innen der Partei der Institutionalisierten Revolution PRI (Partido de la Revolución Institucional) aus. Danach soll das Bundesgesetz für Feuerwaffen und Sprengstoff verschärft werden. So könnten Militärs, Regierungsbeamte und Polizist*innen, egal ob im aktiven Dienst oder in Pension, für illegalen Waffenhandel mit Gefängnis zwischen zehn und 45 Jahren bestraft werden. Auch für Angehörige privater Sicherheitsdienste soll das neue Gesetz gelten. Die PRI verlangt zudem, dass Beamte, Militärs oder Polizist*innen, die in illegalen Waffenhandel verstrickt sind, ihrer Ämter oder Posten enthoben werden können und ein Berufsverbot erhalten.

Nach Angaben des Senators Fernando Castro von der PRI wird in den USA das Sturmgewehr AK-47 bereits ab 15 US-Dollar gehandelt. Unter der Duldung von Regierungsautoritäten und Grenzbeamten gelangen die Waffen dann nach Mexiko.

Der Senator wies darauf hin, dass die Verbreitung von Feuerwaffen und Sprengstoff für die Welle der Gewalt in Mexiko verantwortlich sei, die im vergangenen Jahr mehr als 5.000 Todesopfer gefordert habe.

Aus den USA stammen laut eines Berichtes des Sicherheitskabinetts der Hauptteil von Waffen, die das organisierte Verbrechen, v.a. die Drogenhändler, in Mexiko benutzten. Das Waffenhandelsgeschäft umfasse 22 Millionen US-Dollar pro Jahr. Dabei gelangten Überreste aus US-amerikanischen Armeebeständen über 19 mexikanische Grenzposten ins Land.

CC BY-SA 4.0 Härteres Vorgehen gegen Waffenhandel? von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Wahlkampf mit Anschuldigungen Nestora Salgado, ehemalige Kommandantin der Gemeindepolizei, saß 31 Monate im mexikanischen Bundesstaat Guerrero unter falschen Anschuldigungen in Haft. Foto: Archiv (Berlin, 6. Juni 2018, npl).- In weniger als einem Monat finden in Mexiko Präsidentschaftswahlen statt. Bei dem Urnengang werden auch die Abgeordneten beider Parlamentskammern, Gouverneur*innen von acht Bundesstaaten, die Bürgermeister*innen von Mexiko-Stadt und vielen weiteren Städten sowie eine Reihe Regional...
onda-info 434 Hallo und Willkommen zum onda-info 434 Trotz schönsten Sommerwetters haben wir in unserer dunklen Radiokabine verschiedene Berichte und Nachrichten für euch zusammengebastelt. Nach einer Nachricht zum neuen Sicherheitsgesetz in Mexiko hört ihr einen Beitrag zum Radiocamp am Bodensee - und weil es so gut passt, verbinden wir den Beitrag mit einer Übersetzung der Sendung Espacio Social von unserer Partneragentur EDUCA im südmexikanischen Oaxaca. Das Original findet i...
Kein Feminismus, kein Gender: Frauen treten aus der PRD-Partei aus. PRD-Politikerinnen erklären öffentlich ihren Austritt aus der Partei.Foto: Cimac (Mexiko-Stadt, 15.Januar 2018, Cimacnoticias/poonal)-. Mitte Januar haben acht Frauen* öffentlich ihren Austritt aus der Partei der Demokratische Revolution PRD (Partido de la Revolución Democrática) angekündigt: Feministische und Gender-Themen hätten keinen angemessenen Platz mehr im Parteiprogramm, so die Frauen. Sie werfen der Partei vor, ihre Werte und Prinzipien vergessen zu haben. A...
Warum bloß immer noch … Colonia Dignidad? Colonia Dignidad – dieser Name ist bis heute ein Synonym für religiösen Fanatismus, Ausbeutung, sexuellen Missbrauch, Mord – und leider auch für Straflosigkeit. Die Opfer der Anfang der 1960er Jahre vom deutschen Laienprediger Paul Schäfer gegründeten Sektensiedlung im Süden Chiles kämpfen bis heute für Gerechtigkeit. Doch langsam scheint sich etwas in der deutschen und chilenischen Politik zu tun.  Audio-Slideshow über Opfer, Täter und Hintergründe.
Einsatz des Militärs im Inneren legalisiert Von Knut Hildebrandt Der Einsatz des Militärs hat die Sicherheitslage in Mexiko nicht verbessert. Foto: Desinformémonos/Ernesto Álvarez (Berlin, 6. Januar 2018, npl).- Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien wurde in Mexiko das neue „Gesetz zur Inneren Sicherheit“ verabschiedet. In den frühen Morgenstunden des letzten Sitzungstages des Jahres 2017 stimmte der mexikanische Senat dem Gesetzesentwurf zu. Dieser wurde bereits Ende November von der Abgeordnetenkammer mit Stimm...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.