Panama

Grünes Licht für umstrittenes Goldabbauprojekt


(Lima, 12. Februar 2009, noticias aliadas).- Obwohl die Goldschürfarbeiten des kanadischen Konzerns Petaquilla Minerals in Panama bereits schwere Umweltbelastungen mit sich gebracht haben, will die panamesische Umweltbehörde ANAM (Autoridad Nacional del Ambiente) dem Unternehmen die Fortführung bzw. Ausweitung eines Goldabbauprojekts unter bestimmten Voraussetzungen genehmigen. So müsse Petaquilla Minerals 40 Bedingungen der ANAM erfüllen, bevor es mit dem Abbau von Gold in Molejón, in der im Norden Panamas gelegenen Provinz Colón, beginnen könne. Dies beschloss die Behörde am 26. November 2008.

Nur fünf Tage zuvor, am 21. November 2008, hatte die ANAM den Konzern wegen der Verschmutzung der angrenzenden Gebiete der Flüsse Molejones, San Juan und Turbe sowie der Zerstörung von mehr als 50 ha Wald zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von einer Million US-Dollar verurteilt, da Petaquilla selbst keinerlei Abhilfe geschaffen habe, um die Umweltschäden zu begrenzen. Zu diesen zählen laut einem Bericht der ANAM die Erosion des Bodens, der Verlust der biologischen Vielfalt und eine verminderte Wasserqualität. Der Konzern muss zudem 934.694 US–Dollar als Wiedergutmachtung für die verursachten Umweltlasten zahlen. Im November vergangenen Jahres verhängte die ANAM auch einen Goldabbaustopp für das betroffene Gebiet.

Nach Ansicht von Raisa Banfields, Leiterin der NGO Zentrum für Umweltauswirkungen CIAM (Centro de Incidencia ambiental), spiegeln die von der ANAM an den Konzern gestellten Forderungen deutlich die Defizite der für das Projekt erstellten Umweltverträglichkeitsstudie wider. In einer Mitte Januar dieses Jahres von Petaquilla Minerals veröffentlichten Bekanntmachung erklärt der Konzern, er habe eine Arbeitsgruppe gegründet, die eng mit der ANAM zusammenarbeiten und sicherstellen werde, dass alle dem Konzern auferlegten Bedingungen zufrieden stellend erfüllt würden, um so schnell wie möglich mit dem Goldabbau zu beginnen.

CIAM bezeichnete es als „widersprüchlich“, dass die ANAM „einem Konzern, der nicht nur schwere Umweltbelastungen im Umkreis seiner Aktivitäten zu verantworten hat, sondern darüber hinaus der Umweltbehörde systematisch die Anerkennung verweigert, die Erlaubnis zum Weiterarbeiten erteilt“.

Die Entscheidung der ANAM wurde von verschiedenen Organisationen kritisiert, darunter dem Landeskomitee zum Schutz von Boden und Wasser (Coordinadora Nacional para la Defensa de Tierras y Aguas), dem Komitee für die Schließung von Petaquilla (Comité Pro Cierre de Petaquilla), dem Bauernverband für das Leben (Coordinadora Campesina por la Vida) und dem Verband für Frieden und Gerechtigkeit in Panama (Servicio Paz y Justicia de Panamá).

„Wenn man bedenkt, dass das erste behördliche Verfahren gegen Petaquilla Minerals vor drei Jahren angestrengt wurde und das Unternehmen seither die Verschmutzung eines relativ großen Terrains inklusive Wälder, Flüsse, Bäche usw. einfach fortgesetzt und die Verwarnungen der ANAM genauso ignoriert hat wie die Proteste von Bauern, Bäuerinnen und Indígenas, dann müsste die Strafe eigentlich viel höher ausfallen“, erklärten die Organisationen Ende 2008. Bereits im Jahr 2005 war Petaquilla Gold wegen der durch seine Tätigkeiten verursachten Umweltschäden zu einer Geldstrafe in Höhe von drei Millionen US-Dollar verurteilt worden.

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