Guatemala

Große Ablehnung des offenen Tagebergbaus


von A. Jiménez Galán, E. O. Vázquez Lima

(Rio de Janeiro, 27. Oktober 2008, púlsar).- In Guatemala stößt der offene Tagebergbau auf große Ablehnung. Das haben Befragungen der Bevölkerung hervorgebracht, die in den letzten Wochen durchgeführt wurden. „Allein im Departement Huehuetenango haben rund 400.000 Personen aus 20 Bezirken dieses Entwicklungsmodell rundherum abgelehnt“, so Francisco Rocael Mateo Morales vom Rat Huehuetenangos für die Verteidigung der natürlichen Ressourcen (Consejo Departamental por la Defensa de los Recursos Naturales de Huehuetenango).

In den 20 Bezirken haben v.a. Mitglieder indigener Gruppen der Maya, Mam, Poptí und Q´anjobal von ihrem traditionellen System der politischen Partizipation durch allgemeine Befragungen (consulta comunitaria) Gebrauch gemacht. So waren alle Mitglieder der jeweiligen Gemeinde, egal ob Frau oder Mann, Kind oder Greis, sogar Menschen ohne Ausweispapiere dazu aufgerufen, über den offenen Tagebergbau in ihrer Region abzustimmen.

Obwohl sich eine überwältigende Mehrheit der von Tagebergbau betroffenen Gebiete gegen diesen ausgesprochen habe, fahre der Bergbau- und Energieminister Guatemalas fort, in unverantwortlicher Weise Lizenzen zum Bergbau auszugeben, so Organisationen, die die consulta mit organisiert hatten, auf einer Pressekonferenz. Die Meinung der Bevölkerung, die in den betroffenen Gebieten lebe und den Tagebergbau wegen seiner verheerenden Auswirkungen auf Wasser, Land und Luft ablehene, werde nicht beachtet.

Auf der Pressekonferenz sprachen die an der Organisation der consulta beteiligten Gruppen auch mit indigenen Vertreter*innen aus dem guatemaltekischen Parlament, mit der Generalstaatsanwaltschaft für Menschenrechte, dem Umweltminister sowie dem Bergbau- und Energieminister. U.a. verwies man in den Gesprächen auf die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO, die bestimmt, dass indigene Gruppen über jegliche Aktivitäten und Projekte, die auf ihrem Territorium durchgeführt werden sollen, befragt werden und diesen zustimmen müssen.

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