Giftigen Kohleschlamm im Meer versenkt – US-amerikanischer Energieerzeuger erneut auf der Anklagebank


(Lima, 18. November 2009, noticias aliadas).- Elf Einwohner*innen des Küstenorts Arroyo Barrilin reichten am 4. November in den Vereinigten Staaten Klage gegen den US–amerikanischen Energieerzeuger AES Corporation ein. Das Unternehmen soll 45.000 Tonnen toxische Kohleasche an der Küste vor der karibischen Stadt im Norden der Dominikanischen Republik entsorgt haben. Genetische Schäden, Atemwegserkrankungen und andere Gesundheitsschäden sind nun die Folgen.

In Delaware, wo das Unternehmen ansässig ist, hatte ein Gericht das Unternehmen bereits 2006 zu einer Schadenersatzzahlung von sechs Millionen US–Dollar verurteilt, nachdem die dominikanische Regierung Klage gegen AES eingereicht hatte. Dieses Geld sei jedoch niemals bei ihnen angekommen, so die Bewohner*innen von Arroyo Barril.

Diane Paolicelli, eine der Anwält*innen der Klägerseite, erklärte, es seien bereits Kinder mit schweren Behinderungen zur Welt gekommen: Ein Kind wurde ohne Arme geboren, ein weiteres kam mit nach außen gestülpten Verdauungsorganen zur Welt. Zwei weitere Babies waren aufgrund ihrer schweren Behinderungen nicht lebensfähig und starben.

Das toxische Material wurde zwischen 2003 und 2004 nach Arroyo Barril verbracht. Laut der Klageschrift stammt der Kohleschlamm aus einem von dem US–amerikanischen Unternehmen in Puerto Rico betriebenen Werk und ist mit Schwermetallen verseucht. Das Unternehmen habe versichert, dass das Material nicht gesundheitsgefährdend sei, heißt es weiter. Tatsächlich wurden jedoch zahlreiche Schwermetalle wie Arsen, Beryllium, Kadmium, Chrom, Blei, Quecksilber, Nickel und Vanadin in dem Kohleschlamm nachgewiesen.

Stephen J. Phillips, Teilhaber der Kanzlei Levy Phillips & Konigsberg, die die Kläger*innen in den USA vertritt, erklärte: „AES hat eine naturbelassene, ländliche Küstenregion in den Schauplatz eines entsetzlichen Umweltverbrechens verwandelt.“

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