Uruguay

Gesetzentwurf zur Legalisierung von Marihuana


flintstoned. Foto: Flickr/Borja Iza (CC BY-NC 2.0) (Rio de Janeiro, 09. August 2012, púlsar).- Die uruguayische Regierung hat am Mittwoch, 8. August dem Parlament einen Gesetzentwurf zum straffreien Anbau von Marihuana vorgelegt. Damit soll auch die Kommerzialisierung und Verteilung geregelt werden.

Das vom uruguayischen Präsidenten José Mujica präsentierte Projekt soll zudem den Import und Erwerb von Marihuana kontrollieren und Konsument*innen registrieren.

Ziel dieser Initiative ist es, die legalen von den illegalen Drogen auf dem Markt zu trennen und Mittel bereitzustellen, um den Gebrauch der schädlichsten Drogen zu reduzieren.

Der Gesetzentwurf ist Teil eines Maßnahmenkataloges gegen den Drogenhandel, der einen Monat zuvor von der Regierung vorgestellt worden ist. Der Entwurf enthält Empfehlungen von den Gruppen, die der weltweiten Komission zur Drogenpolitik angehören. Diese Komission hält es für notwendig, das derzeitige Vorgehen gegen den Drogenhandel weltweit zu überprüfen.

Der Staatssekretär Diego Cánepa bekräftigte, dass diese Initiative der Regierung gegen keinerlei internationalen Normen verstoße.

Gegenwärtig wird der Konsum von Marihuana in Uruguay nicht bestraft. Allerdings wird der Anbau und der Handel mit Haftstrafen von 20 Monaten bis zu zehn Jahren belegt.

Am selben Tag wurde übrigens auch von chilenischen Senator*innen ein Projekt vorgestellt, dass den Anbau und den persönlichen und medizinischen Konsum von Marihuana in Chile legalisieren soll.

 

CC BY-SA 4.0 Gesetzentwurf zur Legalisierung von Marihuana von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Interview mit dem „Leuchtturm“ der Linken: Pepe Mujica
214
(Fortaleza, 9. Juli 2018, Adital/poonal).- Pepe Mujica (Ex-Präsident von Uruguay von 2010-15) lebt mit der aktuellen Vizepräsidentin Lucía Topolansky einfach und genügsam auf einem Hof außerhalb von Montevideo. Mujica hasst das Wort Austerität. Er sagt, es werde benutzt um Rechte zu beschneiden und Menschen die Arbeit wegzunehmen. „Lebe nach deinen Idealen oder deine Ideale werden sich danach richten, wie du lebst“ (Vive como piensas, o pensarás como vives), sagt dieser einma...
Consultório de Rua – Straßensprechstunde
117
Mehr als eine Million Menschen rauchen in Brasilien regelmäßig Crack. Die Regierenden begegnen den Konsumierenden mit Repression und Zwangsentzug. Nur selten werden alternative Wege erprobt, so wie in Manguinhos, einem Stadtteil im Norden Rio de Janeiros. Dort kümmert sich sich die Initiative Consultório de Rua (auf Deutsch: Straßensprechstunde) seit mehr als sechs Jahren um die stigmatisierten Bewohner*innen der Crackolândias.
Ayahuasca: Traditionelles Heilmittel und alternativer Drogenentzug im Amazonas
322
Ayahuasca: diese Pflanze aus dem Amazonas wird seit Jahrtausenden als traditionelles Heilmittel in Lateinamerika eingesetzt. Auch Hippies und die New Age Bewegung entdeckten das visionsspendende Gewächs im vergangenen Jahrhundert für sich. Heute gibt es in Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru einen regelrechten Ayahuasca-Boom, ganz nach dem Motto: in jedem steckt ein kleiner Schamane. Im peruanischen Tarapoto zeigt eine Gruppe von Ärzt*innen und Psycholog*innen dagegen, wie...
Mord an einem Ombudsmann
63
Von Luis Hernández Navarro (Mexiko-Stadt, 28. November 2017, la Jornada).- Die Beerdigung von Silvestre de la Toba war noch im Gange, als dessen sichtlich gekränkter Cousin jenen Journalist*innen, die den Gouverneur von Baja California Sur, Carlos Mendoza Davis interviewten, zurief: „Schafft ihn weg, schafft ihn weg. Dahin, wo kein Familienangehöriger ist, wo es keinen Schmerz gibt. Interviewt ihn auf der Straße, da, wo der Gouverneur sein muss.“ Der tote Silvestre war...
Straflosigkeit in Uruguay: Alles damit niemand redet
308
(Berlin, 14. September 2017, npl).- Als in Uruguay 2004 das linke Bündnis Frente Amplio zum ersten Mal in die Regierung gewählt wurde, verbanden viele Menschen damit die Hoffnung, dass nun endlich die Verbrechen aus der Diktatur von 1973 bis 1985 aufgeklärt würden und Schluss sein würde mit der Straflosigkeit für die verantwortlichen Militärs. Sie sollten sich täuschen. Bis heute ist das Amnestiegesetz in Kraft, das den zynischen Namen "Gesetz über die Verjährung des staatlic...