Mexiko
Fokus: SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Gentech-Verbot wieder aufgehoben


Foto: La Minuta

(Oaxaca, 14. August 2019, La Minuta).- Der Oberste Gerichtshof von Mexiko hat ein Dekret des Bundesstaates Yucatán für ungültig erklärt, das den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) verbietet. Mit einer Mehrheit von neun Stimmen befand das Gericht, dass dieses bundesstaatliche Dekret dem nationalen Gesetz der Biosicherheit von GVO (Ley de Bioseguridad de Organismos Genéticamente Modificados) unterliege.

Das Dekret 418/2016 wurde nach Protesten indigener Bienenzucht-Gemeinden verabschiedet. Sie hatten jahrelang darauf hingewiesen, dass die GVO, vor allem Soja, mit Glyphosat behandelt werden, einem Unkrautvernichtungsmittel, dass die Bienen der Halbinsel gefährdet. Trotzdem war der Oberste Gerichtshof sich einig, dass es – laut Paragraf 90 des betreffenden Gesetzes – allein dem Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung obliege, den Anbau GVO in bestimmten Regionen zu verbieten. Der Gerichtspräsident Arturo Zaldívar bekräftigte, es sei ein heikles Thema, bundesstaatlichen Gouverneur*innen zu erlauben, Verbote gegen den Anbau von GVO zu erlassen und stimmte für die Aufhebung des Dekrets. Das Gericht räumte ein, dass in diesem Fall jedoch die negativen Auswirkungen für die Honigproduzent*innen behoben werden müssen. Dem Urteil wurde eine Aufforderung an die Bundesregierung hinzugefügt, sich der Beschwerden der Gemeinden in Yucatan, hinsichtlich der negativen Auswirkungen der Pflanzungen von GVO in der Region, anzunehmen.

CC BY-SA 4.0 Gentech-Verbot wieder aufgehoben von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Pestizide: Gifte für Lateinamerika und die Welt
201
(Berlin, 15. Dezember 2018, npl).- Sie finden sich in deutschen Vorgärten ebenso wie auf großen Baumwollplantagen und Sojafeldern von Indien bis Argentinien: Pestizide. Die deutsche Bezeichnung Pflanzenschutzmittel klingt erst mal harmlos, doch tatsächlich schützen sie nur bestimmte Pflanzen, indem sie unliebsame Unkräuter zerstören, sie schädigen die Umwelt und verseuchen Boden und Grundwasser. Trotz dieser besorgniserregenden Erkenntnisse werden jedes Jahr weltweit Millione...
Europäische Honigimporteure solidarisieren sich mit Maya-Gemeinden gegen den Anbau von Gensoja
102
(Mexiko-Stadt, 6. Juni 2018, npl).- In ihrem Kampf gegen den agroindustriellen Anbau von Soja und Gensoja haben die Maya-Imker*innen der Halbinsel Yucatán Unterstützung von europäischen Honigimporteur*innen und Abfüller*innen bekommen. Diese wandten sich anlässlich des Weltbienentages am 20. Mai in einem offenen Brief an Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto. Sie forderten ihn auf, die notwendigen Aktionen durchzuführen, damit der aus Mexiko importierte Honig keine Spuren von ...
Maya-Gemeinden der Halbinsel Yucatán streben Bündnis an
82
Von Gerold Schmidt (Mexiko-Stadt, 13. Dezember 2017, npl).- „Wir wollen ein würdiges Leben auf unseren Böden“, erklärt die Maya-Imkerin Leydy Aracely Pech Martin auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertreter*innen von mehr als 30 Gemeinden aus der gesamten Halbinsel Yucatán. Die Maya-Gemeinden kündigen Anfang Dezember in der Stadt Campeche ein gemeinsames Bündnis an. Sie wollen einen eigenen Entwicklungsplan für die Region erarbeiten, der ihren Lebensformen entspri...
Senat verabschiedet Gesetz zur Plünderung der Biodiversität
120
Von Silvia Ribeiro (Mexiko-Stadt, 23. Dezember 2017, la jornada).- Fast am Ende der letzten Sitzungsperiode 2017 und in derselben Marathonsitzung, in der das perverse Gesetz über die Innere Sicherheit verabschiedet wurde, segnete der Senat ebenfalls das Allgemeine Biodiversitätsgesetz ab - so als ob es sich um ein reines geschäftsmäßiges Detail handelte. Doch ganz im Gegenteil ist es ein Gesetz, das eine neue Plattform für die Privatisierung der biologischen Vielfalt e...
#revolución antitransgénico – Interview mit der Maya-Imkerin Leydy Pech über den Einsatz der Gemeinden gegen Gensoja
86
Von Gerold Schmidt, Mexiko-Stadt/Berlin (Mexiko-Stadt/Berlin, 01. Dezember 2017, npl).- Auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán setzen die Maya-Gemeinden ihren Kampf gegen den Anbau von Monsanto-Gensoja und die Zerstörung ihrer natürlichen Ressourcen fort. Ende September/Anfang Oktober schilderten die Maya-Imkerin Leydy Aracely Pech Martin aus dem Bundesstaat Campeche und die Agronomin Irma Catalina Gómez Gónzalez die Lage auf einer kleinen Rundreise durch Österreich u...