Mexiko

Generalstaatsanwaltschaft entschuldigt sich bei indigenen Frauen


Von Knut Hildebrandt

drei indigene Frauen(Oaxaca-Stadt, 24. Februar 2017, npl).- Späte Wiedergutmachung wurde drei indigenen Frauen für ein ihnen durch den mexikanischen Staat zugefügte Unrecht zuteil. Ende Februar entschuldigte sich die Generalstaatsanwaltschaft öffentlich dafür, sie aufgrund falscher Anschuldigungen angeklagt zu haben. Jacinta Francisco, Alberta Alcántara und Teresa González wurden im März 2006 für ein nie begangenes Verbrechen angeklagt und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die drei Frauen verbrachten mehr als drei Jahre im Gefängnis, bevor der Generalstaatsanwalt die Vorwürfe gegen sie im September 2009 endgültig fallen ließ.

Bereits im Juli 2009 kam die mexikanische Menschenrechtskommission zu dem Schluss, dass es in dem Verfahren falsche Beweismittel gegeben hatte. Auch Amnesty International forderte aufgrund der erwiesenen Verfahrensfehler, dass die Vorkommnisse weiter untersucht werden sollten. Es war zu offensichtlich, dass die drei Frauen nur deshalb angeklagt und verurteilt wurden, weil sie einer marginalisierten Bevölkerungsgruppe angehörten. Immer wieder kommt es in Mexiko vor, dass arme Menschen, Frauen oder Indigene für nicht von ihnen begangene Straftaten angeklagt und verurteilt werden.

Der mexikanische Justizapparat gilt als hochgradig ineffektiv und korrupt. Mehr als neunzig Prozent der Kapital- und Gewaltverbrechen bleiben straffrei. Nicht selten werden Unschuldige verhaftet und angeklagt, um die wahren Täter*innen zu decken. Auch wird das Strafverfolgungssystem genutzt, um Vertreter*innen sozialer Bewegungen einzuschüchtern und Proteste zu kriminalisieren.

CC BY-SA 4.0 Generalstaatsanwaltschaft entschuldigt sich bei indigenen Frauen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Würdige Arbeit selbstorganisiert. Frauen aus Chachapoyas   Chachapoyas, so heißt die Hauptstadt der Provinz Amazonas, im Norden Perus. Rund dreißigtausend Menschen leben hier – unter ihnen Marilyn Velásquez. Am Hauptplatz der Stadt betreibt die Mittdreißigerin das "Café Fusiones", ein Lokal mit fair gehandelten Produkten lokaler Produzent*innen. Ihre Kunden: vor allem Touristen, die immer häufiger nach Chachapoyas kommen, gibt es doch hier reichlich kulturelles Erbe und idyllische Natur zu bezahlbaren Preisen. Marilyn s...
onda-info 423 In dieser vorweihnachtlicher Sendung, die ihr vielleicht auf dem mp3 Playern im Zug oder im Stau auf der Autobahn hört, erwarten euch spannende Beiträge. Martin Reischke hat sich für uns die ZEDE in Honduras angeschaut, jene Sonderwirtschaftszonen, in denen nicht der Staat, sondern allein die Investoren das Sagen haben. Eine Reportage im Rahmen der Reihe „Menschenrechte und Unternehmen“, einer Zusammenarbeit zwischen onda und dem FDCL in Berlin. In Peru besuchen wir ein Thera...
Alarmierender Anstieg bei Festnahmen von Migrantinnen Von Redaktion Cimac (Mexiko-Stadt, 24. November 2017, cimacnoticias).- In nur sechs Jahren hat sich in Mexiko die Zahl der festgenommenen Migrantinnen verfünffacht, die aus dem nördlichen Dreieck Zentralamerikas kommen: ihre Zahl stieg von 9.160 auf 47.383 Personen. 17 Prozent davon waren Mädchen unter elf Jahren. Mit diesen Zahlen schlug die mexikanische Nichtregierungsorganisation für die Rechte von Migrantinnen (Instituto para las Mujeres en la Migración – Imumi) Al...
Feministische Stimmen gegen machistische Gewalt ¡Ni una menos! Keine einzige Frau soll mehr der machistischen Gewalt zum Opfer fallen. Das fordert die argentinische Ni una menos-Bewegung, die seit 2015 den öffentlichen Diskurs um Frauenrechte mitbestimmt. Der Fokus der Bewegung liegt auf Femiziden, der extremsten Form der Gewalt gegen Frauen. Die feministische Bewegung in Argentinien hat natürlich nicht erst mit Ni una menos begonnen. Doch sie hat es geschafft viele Kämpfe, die vorher nicht sichtbar waren ins Rampe...
Hinhörer: Frauenrechte Onda „Hinhörer“: Menschenrechte in anderthalb Minuten auf den Punkt gebracht. Argumente, Infos und Straßenumfragen aus Deutschland und Lateinamerika. Heute: Frauenrechte.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.