Venezuela

Generalstaatsanwaltschaft: Bisher 26 Tote bei Protestwelle in Venezuela


Schwierige Zeiten für Nicolás Maduro / Foto: Senado Federal, cc-by-2.0, (Archiv)

Venezuela: Schwierige Zeiten für Präsident Nicolás Maduro / Foto: Senado Federal, cc-by-2.0, Archiv)

(Montevideo, 26. April 2017, la diaria).- Seit Beginn der Protestwelle gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro Ende März dieses Jahres sind bei gewaltsamen Auseinandersetzungen 26 Personen ums Leben gekommen. Dies bestätigte die Generalstaatsanwältin Venezuelas, Luisa Ortega, am gestrigen 25. April. Demnach sind 15 Tote bei Protesten der Opposition ums Leben gekommen, mehrheitlich durch Schüsse der Sicherheitskräfte. Elf Menschen seien bei Akten von Vandalismus oder Einzelvorfällen gestorben. Weiterhin wurden 437 Personen verletzt. Von insgesamt 1.289 Verhafteten sind noch 65 Personen in Gewahrsam, 217 müssen bei der Justiz vorstellig werden, so Ortega. Die gewalttätigen Übergriffe hätten, bis auf sechs Regionen, im ganzen Land stattgefunden.

Zu den Vorfällen, die abseits der großen Mobilisierungen stattfanden, gehört auch der Tod von acht Menschen, die bei der Plünderung einer Bäckerei in Caracas durch Stromschläge starben. Ein anderer Fall ist der einer jungen Frau in der Region Táchira, die durch einen Schuss starb, der aus einem Haus heraus auf eine „Gruppe bewaffneter Zivilisten“ abgegeben wurde, die dort gerade einen Raub begangen hatten. Die Gruppe war in jene Richtung geflohen, wo sich die junge Frau befunden hatte, erklärte Ortega.

Führende Personen der Opposition versicherten, auf den Straßen werde weiter protestiert, bis die Forderungen nach vorgezogenen Wahlen, Freilassung der politischen Gefangenen, Unabhängigkeit der öffentlichen Gewalten und die Schaffung eines „humanitären Weges“ für Lebensmittel und Medikamente erfüllt würden. Entsprechend rief die oppositionelle Koalition Mesa de la Unidad Democrática für heute gleich zur nächsten Mobilisierung auf, die vor allen Ombudsstellen (Defensoría del Pueblo) im ganzen Land stattfinden soll.

CC BY-SA 4.0 Generalstaatsanwaltschaft: Bisher 26 Tote bei Protestwelle in Venezuela von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

UNO zeigt sich alarmiert über Indizien auf außergerichtliche Hinrichtungen in El Salvador (Oaxaca, 7. Februar 2018, La Minuta).- Nach dem Besuch der UNO-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard in El Salvador, zeigt sich die UNO alarmiert über Indizien, die auf außergerichtliche Hinrichtungen deuten und mit der staatlichen Kampagne, die ein hartes Durchgreifen gegen Gang-Mitglieder (pandillas) verfolgt, in Verbindung gebracht wird. Die UNO verlangt eine Beilegung dieser Praxis, um den Teufelskreis der Straflosigkeit zu durchbrechen. „Ich bin auf Verhaltensmuste...
Dahinten, da ist was rot – Frauen in der Colonia Dignidad Wenig ist bekannt über das Leben von Frauen in der Colonia Dignidad. Jener deutschen Sektensiedlung im Süden Chiles, die der Laienprediger Paul Schäfer 1961 mit einigen Gefolgsleuten gegründet hatte. In der Colonia Dignidad waren massive Menschenrechtsverletzungen gegen Bewohnerinnen und Bewohner an der Tagesordnung. Während der chilenischen Diktatur wurden auf dem Gelände Oppositionelle gefoltert und ermordet. Welche Rolle spielten Frauen in der deutschen Siedlung? Wie habe...
Explodierende Kosten und wackelnde Kredite. Steht das Wasserkraftwerk Alto Maipo vor dem Aus? Alto Maipo, das ist der Name eines prestigeträchtigen Wasserkraftwerks in Chile. Oder besser gesagt: einer Baustelle. Denn fertiggestellt ist das vor zehn Jahren begonnene Megaprojekt nahe der Hauptstadt Santiago noch lange nicht. An dem Projekt beteiligt waren und sind auch Zulieferer und Kreditgeber Finanziers aus Deutschland und Europa. Trotz vieler Kritik und Problemen halten die meisten von ihnen am Bau des Riesenkraftwerks fest. Schließlich stehe Wasserkraft für eine na...
2017: Femizide in der Dominikanischen Republik steigen an Von Mercedes Alonso Romero (Santo Domingo, 9.Januar 2018, SEMlac).- Die dominikanische Gesellschaft ist sich bewusst, dass das Jahr 2017 mit einer der höchsten Femizidraten geendet hat. Ein Missstand der dafür sorgt, dass die Dominikanische Republik im regionalen Ranking der Femizide noch weiter nach vorne auf die ersten Plätze rutscht. Zwei von fünf Todesfällen sind auf häusliche Gewalt zurückzuführen. Das zeigt der Bericht „Vom Abkommen zur Aktion: Politische Prax...
Gewalt gegen Escort-Arbeiterinnen (Mexiko-Stadt, 5.Januar 2018, desinformémonos).- Ende Dezember wurde die Argentinierin Karen Ailen ermordet in einem Hotel in Mexiko-Stadt aufgefunden. Vergangenen November fand man die Leiche von Génesis Ullyannis Gibson aus Venezuela. „Wir fordern Gerechtigkeit für die Compañeras, es gibt viele Hinweise, die untersucht werden müssen. Die Verbrechen dürfen nicht ad acta gelegt werden und die Schuld darf nicht den Frauen gegeben werden“, sagte Elvira Madrid Romero, Vorsitzend...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.