Mexiko

Gedenktafel für Bety und Jyri in Mexiko-Stadt


Gedenktafel für Bety Cariño und Jyri Jaakkola in Mexiko-Stadt. Foto: Educaoaxaca

(Oaxaca-Stadt, 8. Mai 2019, la minuta).- In einer symbolischen Aktion haben Vertreter*innen von Bürgerrechtsgruppen in Mexiko-Stadt Gedenktafeln vor der Landesvertretung des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca und am Denkmal Estela de la Luz angebracht. Anlass war der neunte Jahrestag des Angriffs auf die humanitäre Karawane, die sich auf dem Weg in das damals belagerte Dorf San Juan Copala befand. Bei dem Angriff am 27. April 2010 wurden die Menschenrechtsverteidigerin Bety Cariño und der finnische Aktivist Jyri Jaakkola erschossen.

An beiden Orten wurden Gedenktafeln angebracht um daran zu erinnern, dass der Fall auch neun Jahre nach der Tat straflos geblieben ist und die Opfer und Zeug*innen nicht geschützt werden. Rechtsanwalt David Peña erklärte den gegenwärtigen Stand: Der Strafprozess werde gegen sechs Verdächtige geführt, von denen zwei bereits wieder freigelassen wurden; sechs weitere Haftbefehle wurden nicht vollstreckt. Die zwei in Freiheit befindlichen Verdächtigen wurden freigelassen, weil die Regierungen Mexikos und des Bundesstaates Oaxaca keinen Schutz für Zeug*innen und Überlebende organisiert hatten, die deswegen nicht zu den Prozessen gekommen waren, weil das für sie zu gefährlich war.

Angehörige und Geschwister von Bety haben sich in der mixtekischen Gemeinde Chila de las Flores versammelt, aus der Bety Cariño stammt, um das Gedenken an sie aufrecht zu erhalten: „Wir wissen, dass die Justiz von oben nicht diejenigen erreicht, die für das Leben kämpfen, denn das Recht ist nur zum Schutz derjenigen da, die (…) wegen ihres Geldes die Interessen der Mächtigen vertreten“, heißt es in einer Erklärung. „Wir werden weiter nach Gerechtigkeit suchen, aber eine, die von unten geschaffen wird, links, an der Seite des Herzens.“

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