Honduras

Garífuna protestieren mit Straßenblockaden gegen Bau eines Beach-Ressorts


(Fortaleza, 27. Mai 2009, adital).- Die Organisation Gemeinschaft der Schwarzen Honduras OFRANEH (Organización Fraternal Negra Hondureña) hat die am 25. Mai begonnenen Straßensperren in Bahía de Tela am 27. Mai weiterhin aufrecht erhalten.

Die von der Gemeinschaft der Garífuna durchgeführte Blockade soll das Passieren von Maschinen verhindern, die zum Bau des Ressorts „Laguna de Micos & Beach Ressort“ verwendet werden.

Das Bauvorhaben habe bisher laut OFRANEH mehr als 15 Hektar Land zerstört und verwüstet. Das Ressort wird in der Garífuna-Kommune Triunfo de la Cruz im Viertel „Las Delicias“ errichtet.

Nach Aussagen der Protestierenden habe der Staat noch immer nicht auf die Straßenblockade reagiert, da der Ort sehr abgelegen sei. An den Protesten nahmen auch die Präsidentin der Organisation, Teresa Reyes, sowie das Komitee zur Verteidigung der Erde teil.

Laut OFRANEH wird das Vorhaben vom Abgeordneten der Partei der Liberalen PL (Partido Liberal)im Regionalparlament, Antonio Fuentes, unterstützt und ist durch eine Erlaubnis der Umweltbehörde der Gemeinde UMA (Unidad Municipal Ambiental) genehmigt. Die Garífuna-Organisation prangerte jedoch in einer Erklärung das Fehlen eines Belegs über den Eigentumstitel für das Terrain an.

Die Organisation konstatiert außerdem enorme Auswirkungen durch den Tourismus und führt in einem am 26. Mai veröffentlichten Bericht unter anderem Vertreibung, Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und psychologischen Druck auf.

Wie die Organisation OFRANEH bekräftigte, gebe es wenig Hoffnung darauf, dass die Gesetze in der Region eingehalten würden, da der Abgeordnete Antonio Fuentes „Teil der Führungsspitze des Nationalkongresses ist und einer der Bosse“ in Tela, der Bundeshauptstadt des Departements Atlántida sei. Es herrsche eine Politik der Nichtbeachtung von Anzeigen der Verteidiger*innen von Garífuna-Territorium seitens der lokalen Kontrollbehörden, prangerte die Organisation an.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Adital versicherten Mitarbeiter*innen der Organisation, dass die Gemeinden weder in Honduras allgemein noch von der Regierung angehört würden. Die Regierung „trägt eine neue, progressive Maske, doch in Wahrheit sind sie dieselben Neoliberalen geblieben“, heißt es.

Die etwa 10.000 Einwohner*innen der Garífuna-Gemeinde Triunfo de la Cruz kämpfen bereits seit Jahrzehnten gegen die Umweltschäden und die sozialen Auswirkungen der Spekulation mit dem Tourismus an, die in Bahía de Tela vonstatten geht. Die Bucht liegt zwischen den Schutzgebieten Punta Sal und Punta Izopo, die Teil des zentralamerikanischen biologischen Korridors sind. Die Region verfügt über eine besonders große Artenvielfalt und ein großes Potential für den Ökotourismus.

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