Mexiko

Frauenmorde in Ciudad Juárez: Interamerikanischer Gerichtshof verurteilt mexikanischen Staat


(Rio de Janeiro, 20. November 2009, púlsar).- Der Interamerikanische Menschenrechtsgerichtshof (CIDH) hat in den Prozessen gegen den mexikanischen Staat wegen der Morde an drei Frauen in den Baumwollfeldern von Ciudad Juárez ein erstes Urteil gefällt.

Das Gerichtsurteil gegen den mexikanischen Staat bezieht sich auf drei von fast 400 Morden, die seit den 90er Jahren an Frauen begangen wurden. Es geht um die Morde an Esmeralda, Claudia und Brenda, drei von acht Frauen, die am 6. und 7. November 2001 tot in einem Baumwollfeld aufgefunden wurden.

Diese Fälle werden als beispielhaft für die Verwicklung von Staatsbediensteten in Verbrechen und für deren Mittäterschaft gesehen, wodurch die Verantwortung des Staates für die Straflosigkeit in den Verbrechen deutlich wird. In der Entscheidung des Interamerikanischen Gerichtshofs werden erstmals wegen Feminizid Verstöße gegen die Interamerikanische Konvention zur Prävention, Bestrafung und Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (Konvention Belem do Pará) festgestellt. Das Urteil hat nicht nur für die Fälle von Ciudad Juárez große Bedeutung sondern für ganz Mexiko und Amerika, da es sich hierbei um Präzedenzfälle von extremer Gewalt gegen Frauen handelt.

Das Urteil ist zwar nicht öffentlich verkündet, die Anwälte der Opfer teilten jedoch mit, dass der Gerichtshof am 17. und 18. November die Fälle analysiert und ein Urteil abgegeben habe.

CC BY-SA 4.0 Frauenmorde in Ciudad Juárez: Interamerikanischer Gerichtshof verurteilt mexikanischen Staat von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Gerichtsurteil: Tiefschlag für Volksbefragungen
18
(Bogotá, 12.Oktober 2018, colombia informa).- Das kolumbianische Verfassungsgericht hat ein Urteil zu Gunsten des multinationalen Konzerns “Mansarovar Energy” gefällt. Das Verfassungsgericht hat beschlossen, dass von Bergbauprojekten betroffene Gemeinden in Zukunft keine Volksbefragungen mehr verwenden können, um Projekte zu verhindern, die zum Ziel haben, Mineralien abzubauen oder Erdöl zu fördern. Das Hohe Gericht billigte mit 5:1 Stimmen den Vortrag von Richterin Cristi...
onda-info 444
65
Hallo und Willkommen zum onda-info 444! Trotz der Schnapszahl gibt es wenig zu feiern, denn auch wir verfolgen mit Sorge die aktuellen Entwicklungen in Brasilien. Der rechtsextreme Bolsonaro geht als Favorit in die Stichwahl. Droht Brasilien eine faschistische Regierung oder gar eine neue Militärdiktatur? Eine aktuelle Einschätzung könnt ihr unter https://mais1cafe.org/2018/10/09/de-brasilien-unter-schock/ unter anderem von unserem Mitarbeiter Nils Brock hören. Doch im ...
Paraguay verhängt Ausnahmezustand in Gefängnissen
76
(Montevideo, 1. Oktober 2018, la diaria).- Die Anzahl der Häftlinge in den Gefängnissen Paraguays übersteigt bei weitem die Aufnahmekapazität des Strafvollzugssystems. In 18 Jahren hat sich die Menge der inhaftierten Personen verfünffacht. Statt 9.000 Menschen sind in Gefängnissystem nun 14.000 Personen untergebracht - laut von der Tageszeitung Última Hora und der Nachrichtenagentur Efe veröffentlichten Zahlen. Die Situation ist in einigen Gefängnissen schlimmer als in andere...
Kommentar: Polemische Gerichtsverfahren bei Santiago Maldonado & Co
25
(Buenos Aires, 1. Oktober 2018, Revista Cítrica).- (…) Kaum hatte der Richter Gustavo Lleral den Richter Guido Otranto ersetzt, zeigte er sich sehr aktiv; nun liegt das Verfahren um Santiago Maldonado praktisch auf Eis. Es gab keine nennenswerte Fortschritte, um zu bestimmen wo, wann und unter welchen Umständen Santiago gestorben ist. Diese Fragen wurden auch nicht durch eine strittige Autopsie beantwortet, die durchgeführt wurde, obschon für viele der Fall bereits abgeschlos...
Frauen gegen Bolsonaro
149
(Montevideo, 17. September 2018, comcosur/poonal).- Der brasilianische rechte Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro ist bekannt für seine Geringschätzung gegenüber Frauen, Schwarzen und Homosexuellen. Nun sieht er sich einer neuen Herausforderung gegenüber: Den Frauen. Am 29. September gingen in den wichtigsten Städten Brasiliens hunderttausende Menschen, vor allem Frauen, gegen Bolsonaro auf die Straße. Organisiert wurden die Proteste von der Initiative „Frauen gemeinsam g...