El Salvador Guatemala Honduras

Flucht vor den Maras


Auf der Suche nach Verschwundenen
Foto: Youtube

(Madrid, 20. Juni 2018, CEAR).- Tausende Zentralamerikaner*innen sind gezwungen vor der Gewalt der Maras zu fliehen. Die Maras sind gewalttätige und kriminelle Banden, die vor allem in El Salvador, Honduras und Guatemala präsent sind. Die Mordraten in diesen Ländern entsprechen in etwa denen in Kriegszeiten. Die Spanische Kommission zur Unterstützung Geflüchteter CEAR (Comisión Española de Ayuda al Refugiado) gibt einen kurzen Überblick und nennt zehn Punkte, die die Menschen zur Flucht drängen.

 

 

1. Die Maras agieren hauptsächlich im nördlichen Dreieck von Zentralamerika: El Salvador, Honduras und Guatemala.

2. 2017 wurden in diesen drei Ländern 13.129 Morde registriert, was 36 Morden pro Tag entspricht, also ein Mord alle 40 Minuten.

3. El Salvador hat mit 60 Ermordeten auf 100.000 Einwohner*innen die weltweit höchste Mordrate. In den letzten Jahren wurden etwa 5000 Morde jährlich verübt, was den Mordraten in Kriegszeiten ähnelt.

4. Laut Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge UNHCR haben zwischen 2011 und 2017 mehr als 350.000 Menschen aus diesen drei Ländern weltweit Asyl beantragt. Mehr als ein Drittel allein im Jahr 2017 (130.500 Asylsuchende).

5. 2014 wurden in Spanien 115 Asylanträge von Menschen aus Guatemala, El Salvador und Honduras gestellt. In 2017 waren es schon 2145. Doch gewährte Spanien in den letzten vier Jahren nur 25 Personen Asyl, von insgesamt 3400 Asylsuchenden.

6. Ein Motto der Maras ist „sehen, hören, schweigen“. Die Personen, die sich weigern bei den Banden mitzumachen sind heftigen Repressionen ausgesetzt: Prügel, sexuelle Aggressionen, Verschwindenlassen von Personen bis hin zum Mord.

7. Die Zahl der Erpressungen ist unbekannt, am stärksten betroffen sind aber die Beschäftigten im öffentlichen und privaten Transportwesen. Schätzungen zufolge wurden zwischen 2010-15 allein in Honduras eintausend Beschäftigte im Transportsektor ermordet, weil sie sich geweigert hatten die „Kriegssteuer“ zu bezahlen, die die Maras erheben. Weitere Gruppen die von Erpressung betroffen sind, sind Lehrer*innen, Richter*innen, Polizist*innen und alle, die über ein höheres Einkommen verfügen, wie z.B. Leute die Überweisungen aus dem Ausland erhalten oder aus anderen Ländern wieder zurückgekommen sind.

8. Der stark machistische Charakter der Banden zeigt sich in ihrem rasenden Hass gegen LGBTI-Personen, Frauen und Mädchen.

9. Die Initiations-Rituale der Banden bestehen hauptsächlich darin, dass man verprügelt wird und/oder einen Mord begehen muss. Im Falle der Frauen gibt es kollektive Vergewaltigungen. Viele von ihnen sind noch im Jugendalter.

10. In den letzten Jahren hat die Rekrutierung von Kindern im Alter von 11, 12 Jahren durch die Maras stark zugenommen.

 

Zu diesem Thema gibt es auch ein Audio: „Die Spirale der Gewalt dreht sich weiter“

CC BY-SA 4.0 Flucht vor den Maras von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


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