Ecuador

FENOCIN distanziert sich von der Regierung Correas


(Buenos Aires, 26. März 2010, púlsar).- Die Landesweite Vereinigung von Kleinbauern-, indigenen und afro-ecuadorianischen Organisationen FENOCIN (Federación Nacional de Organizaciones Campesinas, Indígenas y Negras) gab Ende März bekannt, sich von der Regierung Rafael Correas zu distanzieren. Zurückzuführen sei die Entscheidung auf nicht eingehaltene Abkommen aus dem Jahr 2006 seitens der Regierung, so Luis Andrango, Präsident der FENOCIN.

Im September 2006 unterzeichnete die jetzige Regierungspartei Alianza País mehrere Abkommen mit der FENOCIN, sowie der überregionalen indigenen Vereinigung FEI (Federación Ecuatoriana de Indios) und der Landesweiten Vereinigung von Arbeiter*innen der Agrarindustrie, Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und freien Indígenas FENACLE (Federación Nacional de Trabajadores Agroindustriales, Campesinos e Indígenas Libres del Ecuador).

Mit diesen Abkommen hatte sich der damalige Präsidentschaftskandidat und heutige Präsident des Landes Rafael Correa zur Förderung einer Agrarreform verpflichtet, mit der die Landbesitzverhältnisse und die Wasserwirtschaft demokratischer gestaltet werden sollten. Die Privatisierung des Wassers sollte dadurch verhindert werden. Ferner versicherte Correa den effektiven Schutz der Naturschutzgebiete, mit dem Bergbauaktivitäten und Ölförderung in diesen Gebieten verhindert werden sollten.

Andrango erinnerte daran, dass sich der Regierungschef zur Stärkung der Kleinbauernorganisationen und zum Abbau des neoliberalen und kapitalistischen Modells verpflichtet habe. Jedoch sei seine Organisation zu dem Schluss gekommen, die Regierung habe durch ihre Politik den angekündigten Wandel nicht ausreichend gefördert.

Am 9. April will die FENOCIN eine landesweite Versammlung abhalten und dabei über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Organisation fordert den direkten Dialog mit Präsident Rafael Correa. Diese Distanzierung der FENOCIN von der Regierung Correas erfolgte einen Monat nach Abbruch des Dialogs zwischen dem Dachverband Indigener Nationalitäten in Ecuador CONAIE (Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador) und der Regierung.

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