Kolumbien

FARC wollen paramilitärische Strukturen strafbar machen


"Die Opfer zu entschädigen bedeutet, Frieden zu schaffen", betont dieses Mädchen auf einer Demonstration am 8. März 2015. Foto: Flickr/Juan Carlos Pachón (CC BY-SA 2.0)

„Die Opfer zu entschädigen bedeutet, Frieden zu schaffen“, betont dieses Mädchen auf einer Demonstration am 8. März 2015. Foto: Flickr/Juan Carlos Pachón (CC BY-SA 2.0)

(Montevideo, 25. Januar 2016, la diaria).- Für die Guerillamitglieder der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) ist das immer noch im Land existierende Phänomen des Paramilitarismus ein Hindernis für den Frieden und einer der Punkte, die in den Dialogen mit der kolumbianischen Regierung in Havanna gelöst werden müssen.  Als am Wochenende des 23. und 24. Januar 2016 die Verhandlungspartner daran arbeiteten, in dem Punkt „Ende des Konfliktes“ voranzukommen, war daher eines der zu behandelten Themen ein Vorschlag der FARC, wie man die Aktivitäten der Paramilitärs und ihre Netzwerke bekämpfen könne.

„Wir schlagen vor, einen neuen Straftatbestand einzuführen, der die Förderung, Organisation und Finanzierung von paramilitärischen Strukturen oder Praktiken ahndet oder deren amtliche oder private Nutzung“, erklärte einer der Anführer der Guerilla, Pablo Catatumbo. Darüber informierten sowohl die Tageszeitung El Heraldo als auch Caracol Radio auf ihren Webseiten. Außerdem regten die FARC die Gründung einer Nationalen Kommission zur Auflösung des Paramilitarismus und gegen die Straffreiheit in Kolumbien an, die sowohl aus Vertreter*innen der Opfer, des Staates als auch von demobilisierten Guerilleros gebildet werden soll.

Laut Catatumbo „wäre es schwer nachvollziehbar, wenn die FARC den Weg von einer bewaffneten Organisation hin zu einer rechtmäßigen politischen Bewegung gehen würde, ohne sichere Garantien für die Auflösung des Paramilitarismus zu haben“, da dieser die Sicherheit der Guerillamitglieder in Gefahr bringe, die die Waffen niederlegten.

Aber am 23. und 24. Januar 2016 wurde am Verhandlungstisch nicht nur dieses Thema eingebracht. Man verständigte sich auch auf einen Mechanismus, um den Dialog zur Suche eines Friedensabkommens zu beschleunigen, der am 2. Februar 2016 wieder aufgenommen wird. Die Nachrichtenagentur Efe informierte darüber, das die Verhandlungsführer*innen einen Exekutivausschuss und verschiedene Arbeitsgruppen bilden sollen. Auch wenn die verschiedenen Parteien versuchen, die Verhandlungen zu beschleunigen, so haben sie doch zugesagt, so lange in Kuba zu bleiben, wie erforderlich – auch für den Fall, dass der Frieden zu dem spätesten Termin, den man sich gesetzt hat, doch nicht angekündigt werden kann: Am 23. März 2016.

CC BY-SA 4.0 FARC wollen paramilitärische Strukturen strafbar machen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Friedensabkommen zwischen Farc und Regierung in Kolumbien unterzeichnet Von Vilma Guzmán(27. September 2016, amerika21).- Präsident Juan Manuel Santos und der Oberkommandierende der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens Farc, Rodrigo Londoño alias Timoleón Jiménez, haben am gestrigen Montag nach fast vier Jahren Verhandlungen eine Friedensvereinbarung unterzeichnet, die zu einem Ende des seit 1964 anhaltenden bewaffneten Konfikts zwischen dieser Guerilla und dem kolumbianischen Staat führen soll. Die Zeremonie fand in Anwesenheit von 2.5...
Indigene Gemeinschaften demonstrieren für den Frieden (La María, 7. September 2016, wradio/servindi).- Im südkolumbianischen Bundesstaat Cauca fand am Mittwoch, 7. September, ein gemeinsames Treffen indigener Vertreter*innen mit Delegierten der Regierung und der FARC statt, die das indigene Reservat La María Piendamó besucht hatten. Zu dem Treffen hatten die indigenen Behörden ihre 123 Cabildos (indigene Gemeinschaften) und sozialen Organisationen aufgerufen. La María Piendamó ist der Ort, wo die indigenen Gemeinschaften bereits...
onda-info 389 Hallo und willkommen zum onda-info 389!Zunächst wie immer ein paar Nachrichten: Im nordargentinischen Córdoba ist einer der größten Prozesse Argentiniens zu Ende gegangen; verhandelt wurden Menschenrechtsverbrechen aus der Zeit der Diktatur und davor.Mexiko setzt neue Prioritäten in der Verbrechensbekämpfung. Gegen das organisierte Verbrechen eingesetzte Polizisten werden in den Kampf gegen protestierende Lehrer geschickt. Wer sich freut sind die Kartelle. Sie haben n...
Historischer Moment ‒ Friedensabkommen für Kolumbien Von Ani Dießelmann(26. August 2016, amerika21).- Die Delegierten der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos und der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens Farc (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) haben in der kubanischen Hauptstadt Havanna ein 297 Seiten umfassendes endgültiges Friedensabkommen unterzeichnet. Anwesend waren die Garanten aus Kuba und Norwegen sowie der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla. Damit sind formal die fast vier Ja...
Großunternehmen und Militär der Hilfe für Paramilitärs beschuldigt Von Hans Weber.(Bogotá, 13. Juli 2016, amerika21).- Die Getränkefirma Postobón soll eine der ehemaligen paramilitärischen "Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens" (AUC) mitfinanziert haben. Es handelt sich dabei um die AUC-Struktur "Héctor Julio Peinado Becerra", die Ende der 1990er Jahre im Departamento Cesar aktiv war. Postobón ist im Besitz des viertreichsten Kolumbianers, Carlos Ardila Lülle. Die Truppe soll auch mit dem Bataillon Santander B2 der Strei...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *