Kolumbien

FARC mit Vermittlerrolle des Roten Kreuzes einverstanden


(Havanna, 07. Januar 2009, prensa latina-poonal).- Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) haben sich mit der Teilnahme des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes bei der Freilassung von sechs Gefangenen einverstanden erklärt. Das geht aus einem Schreiben des FARC-Sekretariats an die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba sowie Mitglieder der Bewegung Kolumbianer für den Frieden (Colombianos por la Paz) hervor.

Bereits am 21. Dezember hatten die FARC die Freilassung der Politiker Alan Jara und Sigifredo Barrios sowie von drei Polizisten und einem Militärangehörigen unbekannter Identität bekannt gegeben. Es handele sich dabei um eine wohlwollende Geste.

In einem Schreiben vom 30. Dezember, dass am darauf folgenden Tag von der Nachrichtenagentur ANNCOL veröffentlicht wurde, heisst es, dass die Teilnahme des Roten Kreuzes bei der Operation „eine gute Sicherheit darstellt, wenn auch nicht ausreichend“ sei. Die FARC betonen, dass man den durch die kolumbianische Regierung begangenen Missbrauch des Rote-Kreuz-Emblems nicht vergessen habe. Damit beziehen sie sich auf die im Juli 2008 durchgeführte Befreiungsaktion „operación Jaque“, bei der die Ex-Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt sowie 14 weitere Personen freikamen. Bei dieser Operation hatten sich, unter Missachtung internationalen Rechts, Mitglieder der kolumbianischen Armee als Rote-Kreuz-Helfer sowie TeleSur-Reporter getarnt.

Dieses mal soll die Übergabe von Geiseln in Anwesenheit der Senatorin Córdoba „und einem weiteren Repräsentanten der Bewegung für den Frieden“, sowie ggf. „einer weiteren demokratischen Persönlichkeit aus einem der Bruderstaaten oder der internationalen Gemeinschaft“ stattfinden.

Die kolumbianische Regierung hat wiederholt bekundet, der Freilassungsoperation grünes Licht zu geben, allerdings nur unter Beteiligung des Roten Kreuzes und ohne ausländische Repräsentant*innen.

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