Paraguay

FAO warnt vor Nahrungsmittelkrise in Paraguay


Foto: Orin Langelle /www.climate-connections.org(Venezuela, 12. Oktober 2013, telesur).- Mehr als vierzig Prozent der Landbevölkerung Paraguays ist von Armut und einer andauernden Nahrungsmittelkrise betroffen, erklärt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Ein Bericht, der von der Organisation kurz vor dem internationalen Welternährungstag (16. Oktober) und dem internationalen Tag der Frauen in ländlichen Räumen (15. Oktober) in der paraguayischen Hauptstadt Asunción vorgestellt wurde, untermauert die gravierende Situation in den ländlichen Gebieten des Landes.

Ungleiche Einkommensverteilung

Demnach haben in dem südamerikanischen Land, in dem seit Tagen immer wieder soziale Proteste stattfinden, ein Fünftel der Menschen keinen gesicherten Zugang zum täglichen Bedarf an Nahrungsmitteln. Das heißt, dass zusätzlich zur ohnehin vorherrschenden Armut 22 Prozent der Bevölkerung auch an Nahrungsmittelmangel leidet, weil die Menschen keinen Zugang zu einer täglichen Mahlzeit haben – davon sind sowohl Kinder, Frauen und Ältere als auch die übrige ländliche Bevölkerung betroffen.

Jorge Meza, Repräsentant der FAO in Paraguay, erklärte am 10. Oktober gegenüber Pressevertreter*innen, dass die ökonomischen Bedingungen beziehungsweise die ungleiche Einkommensverteilung die Schuld an dieser Situation trage, denn der Reichtum konzentriere sich in den Händen weniger. „Man kann den Armen, die nicht genügend zu Essen haben, nicht sagen, dass sie auf eine landesweite wirtschaftliche Entwicklung warten sollen, bis sie sich ernähren können. Es ist unumgänglich, dass man entsprechend unterstützt”, bemerkte Meza.

Aufruf zu mehr Zusammenarbeit

Die Nahrungsmittelsicherheit und die problematische Situation von Frauen in den ländlichen Gebieten Paraguays sind zwei unmittelbar miteinander verknüpfte Themen und wichtig für die gesamte ökonomische Entwicklung des Landes, betonen die FAO und die Vereinten Nationen.

Die internationalen Organisationen halten es in diesem Kontext für wichtig, die Zusammenarbeit voranzutreiben. Für eine Lösung des Nahrungsmittelproblems sei sowohl der politische Wille als auch ein gezieltes Handeln der nationalen Kräfte notwendig.

CC BY-SA 4.0 FAO warnt vor Nahrungsmittelkrise in Paraguay von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

NAFTA: Irreführende Botschaften Von Ana de Ita Was kann die Neuverhandlung von NAFTA bringen? / Mexikanische Ackerfurche, Foto: Neil Smitz, CC_BY-NC-SA_2.0, flickr (Mexiko-Stadt, 10. September 2017, la jornada).- Zu Beginn der zweiten NAFTA-Verhandlungsrunde, die mit seinem fünften Regierungsbericht zusammenfiel, verbreitete der mexikanische Präsident Peña Nieto: „Wir sind der zwölftgrößte Nahrungsmittelproduzent in der Welt...Erstmals in 20 Jahren exportieren wir mehr Lebensmittel als wir importiere...
Vormarsch des Agrobusiness gefährdet Ernährungssicherheit in Südamerika Von Andreas Behn, Rio de Janeiro Endlose Sojafelder in Monokultur in Brasilien / Foto: Karinna_Paz_CC_BY_2.0_Flickr (Rio de Janeiro, 07. September 2017, npl).- Sojaplantagen soweit das Auge reicht. Einige Landstriche des lateinamerikanischen Binnenlandes Paraguay sehen aus wie eine einzige Monokultur. Von der früheren Waldlandschaft ist kaum ein Baum übriggeblieben. Ökolog*innen sprechen von einer 'grünen Wüste'. Das Agrarbusiness macht mit dem Export gute Gewinne, doc...
Uyacali: Shipibo-Indigene noch immer ohne Landtitel – sechs weitere Morde Von Vigilante Amazónico Ermordet, weil sie ihr Land nicht hergeben wollten: Sechs Shipibo-Indigene starben Anfang September 2017 durch Kopfschuss / Foto: vigilante amazónico (Lima, 06. September 2017, servindi-poonal).- Am vergangenen 1. September sind sechs Bauern des indigenen Volkes der Shipibo im Distrikt Nueva Requena nahe der Amazonas-Stadt Pucallpa (Department Ucayali) erschossen worden. Hintergrund der Morde war nach Angaben von Vigilante Amazónico die Weigerun...
Hunderte Verfahren gegen Monsanto wegen Krebs durch Glyphosat Von Silvia Ribeiro* Mit oder ohne Einsatz von Glyphosat angebaut? / Foto: Cimmyt, CC BY-NC-SA 2.0, flickr (Mexiko-Stadt, 8. Juli 2017, la jornada).- Seit dem 7. Juli hat der US-Bundesstaat Kalifornien Glyphosat in die Liste der krebserregenden Substanzen aufgenommen. Glyphosat ist der Hauptinhaltsstoff des Pflanzengiftes RoundUp von Monsanto (enthalten ebenfalls in Faena, Rival, Machete und anderen Marken). Innerhalb eines Jahres muss es in Kalifornien als potentiell k...
Interview mit Vertretern der CPT: Großgrundbesitzer haben eine Lizenz zum Töten Von Ana de Ita und Gerold Schmidt, Ceccam Wichtiger denn je: Aufklärung gegen Sklavenarbeit bei der CPT (2016) / Foto: Andres Pasquis Gias, CC-BY-NC 2.0 (Mexiko-Stadt/Berlin, 16. Juli 2017, npl).- Noch unter der Militärdiktatur gründete sich 1975 mit Unterstützung der katholischen Bischofskonferenz Brasiliens die Kommission für Landpastorale (CPT). Ihr Ziel: An der Seite der Kleinbauern und Landlosen etwas gegen die strukturelle Situation des Latifundiums in Brasilien ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.