Ecuador

Fall Odebrecht: Untersuchungshaft für Vizepräsident Glas


Jorge Glas

„Es gibt keinen einzigen Beweis gegen mich, weil ich nichts verbrochen habe“ behauptet der Vizepräsident Ecuadors, Jorge Glas. Foto: Telesur

(Montevideo, 3. Oktober 2017, la diaria).- „Ich füge mich unter Protest diesem abscheulichen Übergriff auf meine Person. Dennoch glaube ich daran, dass die Justiz Recht sprechen wird. Vor ihr werde ich meine Unschuld beweisen.“ Das schrieb der Vizepräsident Ecuadors, Jorge Glas, auf seinem Twitter-Account und antwortete damit auf die Entscheidung Miguel Jurados, Richter am Obersten Gerichtshof, Untersuchungshaft gegen ihn zu erlassen wegen der vermeintlichen Beteiligung im Falle Odebrecht. Der Baukonzern soll auch in Ecuador Bestechungsgelder gezahlt haben.

Glas sagte in seinem Twitter-Account, dass diese Entscheidung „ohne Beweise und mit erzwungenen Indizien“ gefällt worden sei und fügte hinzu: „Es bleibt ihnen nur die Lynchjustiz“. Der Vizepräsident kündigte an, sich zu seiner Verteidigung an „nationale und internationale Instanzen“ zu wenden.

Generalstaatsanwalt Carlos Baca selbst hatte am 2. Oktober 2017 die Ergreifung dieser Maßnahme gegen den Vizepräsidenten gefordert. Nachdem Glas von dem Antrag erfahren hatte, forderte er, darüber in Kenntnis gesetzt zu werden, welche Beweise gegen ihn vorlägen.

Der Vizepräsident sagte auch, er hoffe, dass seine „Aufopferung dabei hilft, die Verräter der Revolution zu enttarnen“. Die Regierungspartei Ecuadors, Alianza País, ist in zwei Lager gespalten. Ein Teil steht dem Ex-Präsidenten Rafael Correa loyal gegenüber – darunter auch Glas. Der andere Teil unterstützt den amtierenden Staatschef Lenín Moreno. Nachdem Glas die aktuelle Regierung kritisiert hatte und seine juristische Situation bereits schwierig geworden war, entzog Moreno ihm verschiedene Aufgaben, die er ihm als Vizepräsident übertragen hatte. Moreno selbst hatte sich zunächst noch nicht zur der Gerichtsentscheidung geäußert.

CC BY-SA 4.0 Fall Odebrecht: Untersuchungshaft für Vizepräsident Glas von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Moro-Leaks: Ehemann von Greenwald erhält Todesdrohungen
167
(Montevideo, 18. Juni 2019, la diaria/poonal).- Der Abgeordnete der Partei für Sozialismus und Freiheit PSOL für den Bundesstaat Rio de Janeiro, David Miranda, hat Todesdrohungen erhalten. Miranda ist seit 15 Jahren mit dem US-amerikanischen Journalisten Glenn Greenwald verheiratet, einem Gründungsmitglied des Onlinemediums „The Intercept Brasil“. Das Portal hat Anfang Juni Chatnachrichten zwischen dem jetzigen Justizminister Sérgio Moro und dem Staatsanwalt im Fall „Lava Jat...
Staatsanwaltschaft fordert 20 Jahre Haft für Expräsident Humala
44
(Montevideo, 9. Mai 2019, la diaria).- Der peruanische Expräsident Ollanta Humala, der das Land von 2011 bis 2016 regierte, und seine Frau, die führende Politikerin Nadine Heredia, sind die Hauptangeklagten bei der Untersuchung eines Korruptionsnetzes in Peru. In der zweiten Maiwoche erhob Staatsanwalt Germán Juárez gegen beide Anklage wegen des Verdachts der Geldwäsche. Sie sollen unerlaubt Gelder sowohl des Baukonzerns Odebrecht als auch aus illegalem Bergbau für ihre Wahlk...
„Marsch der Würde“ erreicht Guatemala-Stadt
87
(Guatemala-Stadt, 8. Mai 2019, telesur).- Der "Marsch der Würde" hat am Mittwoch, 8. Mai, nach acht Tagen die guatemaltekische Hauptstadt erreicht. Mit dem Marsch haben 1.500 guatemaltekische Bäuer*innen, Indigene und Mitglieder sozialer Bewegungen gegen Korruption, aber auch gegen Kriminalisierung und Verfolgung seitens der Regierung demonstriert. Zudem versuchten sie mit dem Marsch ihre Rechte und ihr Land zu verteidigen, von dem sie teilweise von Unternehmer*innen vertrieb...
Schutzprogramm für Journalist*innen unzureichend
51
(Berlin, 23. April 2019, npl).- Seit dem 19. April befindet sich in der südmexikanischen Hafenstadt Salina Cruz der Journalist Jesús Hiram Moreno im Hungerstreik. Kurz zuvor hatte ihm die Polizei mitgeteilt, dass er fortan keinen Personenschutz mehr erhalten wird. Dagegen, und weil es keine Fortschritte bei den Ermittlungen zu dem Anschlag auf ihn gibt, protestiert Hiram Moreno mit seinem Hungerstreik. Einen Monat zuvor, am 20. März, wurde Moreno durch mehrere Schüsse verl...
Schwedischer Netzaktivist Ola Bini in Ecuador in Haft
301
(Bogotá, 12. April 2019, colombia informa/poonal).- Der Entwickler Freier Software und schwedische Netzaktivist Ola Bini wurde am 11. April auf Anordnung der ecuadorianischen Regierung am Flughafen von Quito verhaftet, bevor er einen Flug nach Japan antreten konnte. Die Verhaftung erfolgte wenige Stunden nachdem die Innenministerin Ecuadors, Maria Paula Romo, in einer Pressekonferenz erklärte, dass sich angeblich russische Hacker und ein Mitglied von Wikileaks im Land befände...