Argentinien

Ex-Staatssekretär versteckt Millionen im Kloster


Foto: Flickr/reynermedia (CC BY 2.0)

Foto: Flickr/reynermedia (CC BY 2.0)

(Montevideo, 15. Juni 2016, la diaria).- Der ehemalige Staatsekretär im argentinischen Bauamt, José López, wurde bei dem Versuch festgenommen, acht Millionen Dollar im Kloster Nuestra Señora de Fátima zu verstecken. López war zwölf Jahre lang die Nummer zwei im Planungsministerium. Das gesamte politische Spektrum Argentiniens beeilte sich, das Verhalten von López zu verurteilen. In einer Pressekonferenz am 14. Juni erklärte Kabinettschef Marcos Peña, López sei “keine unbedeutende Person” gewesen und in seinem Amt habe es mindestens “enorme Transparenzprobleme” bis hin zur Korruption gegeben.

Ein Nachbar des Klosters hatte die Polizei gerufen, weil er gesehen hatte, dass ein Mann über die Mauer des Klosters gesprungen war, in dem vier Nonnen leben, teilte der Sicherheitsminister in der Provinz Buenos Aires, Cristian Ritondo, mit. López war zunächst festgenommen worden, weil er eine Waffe trug, obwohl sein Waffenschein abgelaufen war. Später wurden die Ermittlungen auf mutmaßliche illegale Bereicherung ausgeweitet.

“Geld geklaut, um zu helfen”

Ritondo erklärte weiter, dass López versucht habe, die Polizisten zu bestechen. Zudem “sagte er den Nonnen, das die Polizei ihnen das Geld stehlen wolle, das er als Spende gebracht habe.” Laut Ritondo hätten die Nonnen sowie Nachbarn ausgesagt, dass viele Funktionär*innen der vorigen Regierung in das Kloster gekommen seien. Eine der Nonnen erklärte gegenüber dem Radio La Red, dass sie López kannte, weil er öfter dort gewesen sei. Kurz vor seiner Festnahme habe er ihr gesagt: “Ich habe Geld geklaut, um hier zu helfen.”

Die Nachricht hat für großes Echo gesorgt, auch bei Vertreter*innen des Kirchnerismus. López’ frühere Chefin, Ex-Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner erklärte, von ihr stamme das Geld nicht. Die ehemalige Abgeordnete Gabriela Cerruti fühlte “Ekel” und “Trauer” und der Abgeordnete José Ottavis beklagte: “Wissen Sie, warum wir die Wahlen verloren haben? Wegen Leuten wie José López.”

CC BY-SA 4.0 Ex-Staatssekretär versteckt Millionen im Kloster von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Gegen das Schweigen Von Wolf-Dieter Vogel, Mexiko-Stadt Demonstrieren gegen das Schweigen / Foto: Realidad Expuesta (Mexiko-Stadt, 05. August 2017, npl).- Spähangriffe, Morde, Drohungen - Mexikos Journalist*innen leben gefährlich. Auf die Regierung verlassen sie sich jedoch nicht. Sie wollen ihren eigenen Schutz organisieren. Fünf Tage die Woche, jeden Morgen ab 8 Uhr informiert Carmen Aristegui über die neuesten Ereignisse: über Korruptionsaffären, Bandenkriege und Fußballergebnisse. ...
Verhafteter Ex-Präsident Martinelli will auf Kaution frei Ricardo Martinelli noch in seiner Eigenschaft als Präsident Panamas 2014 in der Dominikanischen Republik / Foto: Presidencia RD, cc-by-nc-nd-2.0 (Lima/Berlin, 25. Juli 2017, noticias aliadas-poonal).- Der in Miami festgenommene panamaische Ex-Präsident Ricardo Martinelli (2009-2014) hat einen Habeas Corpus beim Obersten US-Gerichtshof eingereicht. Er sehe seine Rechte verletzt, da ihm eine Freilassung auf Kaution verwehrt wurde, berichtet der Miami Herold. Am 3. August so...
Mord an Berta Cáceres – 16 Monate später Von Erika Harzer Bruder am Grab von Berta Cáceres, Februar 2017 / Foto: © Erika Harzer (Berlin, 25. Juli 2017, npl).- Mitte Juni 2017 verkündete die honduranische Staatsanwaltschaft den baldigen Prozessbeginn gegen vier der acht Untersuchungshäftlinge im Mordfall Berta Cáceres. Die weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannte Feministin, Menschenrechts- und Umweltaktivistin und Anführerin des Rates der indigenen Völker von Honduras COPINH, war am 2. März 2016 in La Esp...
Beschneidet das neues Strafgesetzbuch Grundrechte? Menschenrechtsanwältin Tirza Flores Lanza sieht die Grundrechte in Honduras in Gefahr. Agua Zarca ist vielleicht einer der seltenen Fälle, in denen es doch noch Korruptionsermittlungen gegen Regierungsvertreter geben wird. Weitere Korruptionsskandale hat die regierende Nationale Partei weitgehend unbeschadet überstanden. Im November finden in Honduras Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt, zum dritten Mal nach dem Putsch im Jahr 2009. Der amtierende Präsident Juan ...
Ex-Präsident Lula verurteilt Von Andreas Behn Ex-Präsident Lula / Foto: Jeso Carneiro, CC BY-NC 2.0 (Berlin, 13. Juli 2017, taz).- Brasiliens Expräsident Luiz Inácio Lula da Silva ist wegen Korruption zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Bis zum Berufungsverfahren darf der 71-Jährige auf freiem Fuß bleiben und verliert auch noch nicht sein passives Wahlrecht. Erst bei Verurteilung in zweiter Instanz dürfte er Ende 2018 nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren. Derzeit führt er in U...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.