El Salvador

Ex-Präsident Saca verhaftet


Von João Flores da Cunha –

Antonio Saca 2007. Foto: Wikipedia/Michael Gross

Antonio Saca 2007. Foto: Wikipedia/Michael Gross

(San Salvador, 9. November 2016, ihu on-line).- Der Ex-Präsident El Salvadors, Elías Antonio Saca, sitzt wegen Korruptionsverdachts in Haft. Er wurde am 30. Oktober während der Hochzeit seines Sohnes festgenommen. “Tony” Saca war von 2004-2009 Präsident des Landes für die konservative Partei ARENA (Alianza Republicana Nacionalista). Saca wird beschuldigt, öffentliche Gelder veruntreut zu haben. Mit ihm wurden weitere sechs Funktionäre seiner Administration festgenommen. Die mutmaßliche Taktik der Veruntreuung wurde während der Ermittlungen gegen Elmer Charlaix aufgedeckt. Charlaix war Generalsekretär von Saca und stellte sich nach dessen Verhaftung den Justizbehörden.

Generalstaatsanwalt Douglas Meléndez, der zugleich Innenminister ist, beschuldigt die Politiker, einem Netzwerk illegaler Bereicherung und der Geldwäsche anzugehören. Seinen Angaben zufolge habe Antonio Saca 246 Millionen Dollar öffentlicher Gelder veruntreut; dieses Geld sei dann unter Funktionären seiner Regierung über deren Privatkonten verteilt worden.

Der Amtsnachfolger von Saca war Mauricio Funes, der El Salvador von 2009 bis 2014 regierte. Funes war für die linksgerichtete FMLN (Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional) im Amt, die auch jetzt noch das Land regiert. Auch gegen Funes wird wegen illegaler Bereicherung ermittelt. Allerdings muss dieser zur Zeit nicht befürchten, verhaftet zu werden: Er flüchtete nach Nicaragua und erhielt dort politisches Asyl von Nicaraguas Präsident Daniel Ortega.

CC BY-SA 4.0 Ex-Präsident Saca verhaftet von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Asyl für Ex-Präsident Funes Foto: prensa latina (Managua, 6. September 2016, prensa latina).- Die nicaraguanische Regierung hat dem Ex-Präsidenten El Salvadors, Mauricio Funes, seiner Frau und seinen drei Kinder politisches Asyl gewährt. Das teilte das nicaraguanische Außenministerium am 6. September mit. Demnach hat Funes mit seiner Familie am 1. September in Nicaragua um Asyl gebeten. In einem von Außenministerium veröffentlichten Text heißt es, die Entscheidung sei gefallen, da “Leib und Leben...
Honduras: Ausnahmezustand nach Wahlbetrug Salvador Nasralla, ein Fernsehmoderator und politischer Außenseiter schien am vergangengen Montag als Sieger aus den Präsidentschaftswahlen in Honduras hervorzugehen. Das wäre in der Tat eine politische Sensation gewesen, denn in Honduras regieren historisch abwechselnd die Nationale und die Liberale Partei. Nasralla kandidierte aber für ein Bündnis von Oppositionsparteien, dass sich vor allem den Kampf gegen die Korruption und gegen die Tendenzen zur Diktatur in Honduras auf...
Marina Silva gibt nicht auf. Sie will Präsidentin von Brasilien werden Von Andreas Behn, Rio de Janeiro 2. Dezember 2017: Marina Silva erklärt, dass sie zur Präsidentschaftswahl 2018 antreten will / Foto: Sir.Leo Cabral / CC BY 2.0 (Rio de Janeiro, 05. Dezember 2017, taz).- Marina Silva wird wieder kandidieren. Zum dritten Mal in Folge bringt sie das Parteienspektrum Brasiliens durcheinander. Denn die streitbare Ökologin ist für viele Linke wählbar, die von der 14 Jahre regierenden Arbeiterpartei PT enttäuscht sind. Zugleich aber gilt die...
Mord an einem Ombudsmann Von Luis Hernández Navarro Foto: gollmar, CC BY-NC 2.0, flickr (Mexiko-Stadt, 28. November 2017, la Jornada).- Die Beerdigung von Silvestre de la Toba war noch im Gange, als dessen sichtlich gekränkter Cousin jenen Journalist*innen, die den Gouverneur von Baja California Sur, Carlos Mendoza Davis interviewten, zurief: „Schafft ihn weg, schafft ihn weg. Dahin, wo kein Familienangehöriger ist, wo es keinen Schmerz gibt. Interviewt ihn auf der Straße, da, wo der Gouverneu...
Vorsitzender von staatlicher Menschenrechtskommission erschossen – Gewalt eskaliert weiter Das Schweigen des Staates und seine Gleichgültigkeit gegenüber Straffreiheit und Korruption hat tödliche Folgen. Für viele. Das Foto aus 2012 von der Caravana al Sur ist leider immer noch sehr aktuell / Foto: villarermosa-tabasco_nahual (Mexiko-Stadt, 25. November 2017, poonal).- In Mexiko ist erstmals ein staatlicher Ombudsman ermordet worden. Mehrere bisher unbekannte Täter*innen schnitten am 20. November dem Fahrzeug, in dem Silvestre de la Toba Camacho mit seiner Fami...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.