Guatemala

Ex-Diktator Ríos Montt gestorben


Während seines Prozesses wegen Völkermords ließ Ríos Montt nichts unversucht, um sich als haftunfähig darzustellen. Schließlich starb der evangelikale Konservative am Ostersonntag im Hausarrest. Foto: Amerika21/Quimy de León

(Mexiko-Stadt, 1. April 2018, npl).- Der frühere guatemaltekische Diktator Efraín Ríos Montt ist am Ostersonntag im Alter von 91 Jahren an einem Herzanfall gestorben. Das teilte sein Anwalt mit. Ríos Montt hatte sich 1982 an die Macht geputscht. In der Folge überzog er Guatemala mit einer Politik der verbrannten Erde, um den Widerstand der linksgerichteten Guerilla URNG gegen die jahrzehntelange Militärdiktatur zu brechen. Montt regierte Guatemala nur 17 Monate, bevor er ebenfalls durch einen Militärputsch gestürzt wurde. Dennoch gilt seine Regierungszeit als der blutigste Abschnitt des Bürgerkrieges in dem mittelamerikanischen Land, dem nach unterschiedlichen Angaben bis zu einer Viertelmillion Menschen zum Opfer fielen – die meisten Angehörige der indigenen Maya-Bevölkerung im Hochland, aber auch Intellektuelle, Student*innen und Gewerkschaftler*innen in der Hauptstadt Guatemala-Stadt.

Im Jahr 2013 wurde Ríos Montt wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil wurde jedoch wegen Verfahrensfehlern aufgehoben: Ein neuer Prozess begann im Oktober letzten Jahres, eine erneute Verurteilung des damals schon gesundheitlich stark angeschlagenen Ríos Montt war aber kaum noch erwartet worden.

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