Kuba USA

Etwas beweglicher


USA lockern Bestimmungen für Reisen und Geldsendungen nach Kuba / Foto: amycgx, CC BY-NC 2.0 (Archiv), flickr(Montevideo, 16. Januar 2015, la diaria).- Ab dem 16. Januar 2015 sind die US-Sanktionen gegen Kuba etwas gelockert worden. Das Finanzministerium und das Wirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten gaben am Tag zuvor eine Reihe von Änderungen ihrer Kontrollmechanismen für Überweisungen und Exporte nach Kuba bekannt. Ziel dieser Maßnahmen seien die Verringerung von Handelshemmnissen sowie Reiseerleichterungen, hatte US-Präsident Barack Obama im Dezember erklärt.

„Finanzielle Transaktionen auf normalem Weg“

US-Bürger*innen werden ohne eine spezielle Reiseerlaubnis der Regierung aufgrund von zwölf verschiedenen Anlässen nach Kuba reisen können. Dies gilt, unter anderem, für Reisen von Familienangehörigen, Regierungsmitarbeiter*innen und Journalist*innen, Reisen in Verbindung mit religiösen oder sportlichen Aktivitäten sowie für humanitäre Projekte. Fluggesellschaften und Tourismusagenturen können ab jetzt Reisen und Ausflüge nach Kuba anbieten, eine spezielle Genehmigung ist dafür nicht mehr notwendig.

Zudem, so informierte das Finanzministerium, können die Reiseberechtigten auf der Insel „finanzielle Transaktionen auf normalem Wege abwickeln, einschließlich der Zahlungen für tägliche Unkosten und den Erwerb von Gütern des persönlichen Bedarfs in Kuba“. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Efe, erlaubten die neuen Regelungen auch den Gebrauch von US-Kreditkarten in Kuba – wodurch die Höhe der Rücküberweisungen durch im Ausland lebende Kubaner*innen ansteigen wird. Die Geldmenge, die innerhalb von vier Monaten nach Kuba überwiesen werden kann, wurde von 500 auf 2.000 US-Dollar erhöht. In einigen Fällen, etwa für humanitäre Projekte, gibt es keinerlei Höchstgrenze mehr.

Mobiltelefone, Fernseher und Computer

US-Staatsangehörige, die nach Kuba gereist sind, können ebenfalls Güter des persönlichen Bedarfs im Wert von bis zu 400 US-Dollar in die Vereinigten Staaten einführen, „einschließlich Tabak- und Alkoholprodukten im Wert von höchstens 100 US-Dollar“. Sie werden nach Kuba reisen können mit bis zu 10.000 US-Dollar im Gepäck, die als Rücküberweisungen von Familienangehörigen, Spenden für religiöse Organisationen oder zur Finanzierung von Bildungseinrichtungen deklariert sind.

Auch die Schranken für Handelsgeschäfte mit Telekommunikationsgeräten wurden erleichtert, um den Kontakt in die USA, den Rest der Welt oder das Landesinnere zu erleichtern. Ab dem 16. Januar 2015 können Mobiltelefone, Fernseher, Computer und andere Telekommunikationsgeräte verschickt werden.

All diese am 15. Januar von den US-Ministerien bekannt gegebenen Maßnahmen sind ein erster symbolischer Schritt dafür, dass nun damit begonnen wird, Ankündigungen, die US-Präsident Obama im vergangenen Dezember gemacht hatte, umzusetzen. Sie zielen darauf ab, die diplomatischen und die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kuba, die seit 1961 brach lagen, zu reaktivieren.

USA: Mit neuer Strategie eigene Interessen besser durchsetzen

Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, ließ in einer Erklärung verlauten, dass seiner Ansicht nach „die US-Amerikaner vor allem Ressourcen geben, damit das kubanische Volk weniger von der vom Staat kontrollierten Wirtschaft abhängig ist […], was dabei helfen wird, die Beziehungen zum kubanischen Volk zu verbessern“. Nach Angaben der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina hat Earnest auf einer Pressekonferenz in Washington am 15. Januar erneut unterstrichen, dass er fest daran glaube, dass ein Anstieg der Reisen, des Handels und des Informationsflusses zwischen Kuba und den USA dazu führen werde, dass die USA ihre Interessen besser durchsetzen können.

„Die von Washington“ seit einem halben Jahrhundert „aufrecht erhaltene Politik hat nicht funktioniert, und wir glauben, dass der beste Weg zum Schutz unserer Interessen und Werte die Öffnung, nicht die Isolierung ist“, so der Sprecher weiter.

CC BY-SA 4.0 Etwas beweglicher von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Mexiko: Die Wirtschaftspläne von López Obrador
133
(Mexiko-Stadt, 2. August 2018, taz).- Keine private Krankenversicherung, keine schicken Limousinen und nur noch das halbe Gehalt – für hochrangige Beamt*innen der mexikanischen Regierung brechen neue Zeiten an. Wenn der designierte Präsident Andrés Manuel López Obrador im Dezember sein Amt antritt, will er radikale Kürzungen im eigenen Budget vornehmen. Nur wenige Tage nach seiner Wahl am 1. Juli verkündete der Politiker der linken Morena-Partei seinen eigenwilligen Austeritä...
Bolivien: Zwölf Jahre mit Evo Morales
265
Von Fernando Molina (Fortaleza, 7. Februar 2018, ihu-unisinos).- Am 22. Januar 2018 war Evo Morales genau zwölf Jahren an der Macht. Sein jährlicher Bericht ähnelte dem der Vorjahre: Ein Vergleich zwischen der aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Lage, mit der Situation im Land vor seinem Amtsantritt. Der Präsident begann mit der Erläuterung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf, das mit 2.392 US-Dollar in der Zeit zwischen 2006-2017 drei mal so hoch war, wie in ...
Neuer Rekord von Rücküberweisungen an mexikanische Familienangehörige
71
Von Gerold Schmidt (Mexiko-Stadt, 3. Februar 2018, npl).- In den USA lebende Mexikaner*innen und mexikostämmige US-Bürger*innen überwiesen im vergangenen Jahr nach Angaben der mexikanischen Zentralbank fast 29 Milliarden US-Dollar an zurückgebliebene Familienangehörige. Die unter dem Namen „remesas“ bekannten Zahlungen erreichten damit im vierten Jahr hintereinander einen Rekordstand. Nach Angaben der mexikanischen Zentralbank waren es 2016 noch 6,6 Prozent weniger. 2012 u...
Uruguay: Zwischen Straflosigkeit und Aufklärung
143
Uruguay ist heute eine der fortschrittlichsten Demokratien der Welt. Doch hat es das Land geschafft seine jüngere Geschichte aufzuarbeiten? Wenn die Vergangenheit unter Beteiligung der Zeitzeugen aufgeklärt werden soll, dann ist jetzt die letzte Chance, denn sowohl Täter, als auch Opfer werden nicht mehr lange leben... Wir hören einen Beitrag von Valentin der Negri. Er wagt einen Rückblick auf die Militärdiktatur der siebziger und achtziger Jahre und geht der Frage nach, wi...
Mexiko und die sechste Nafta-Verhandlungsrunde in Montreal: auf dünnem Eis
88
Von Gerold Schmidt (Mexiko-Stadt, 22. Januar 2018, npl).- Am Dienstag, 23. Januar beginnt im kanadischen Montreal offiziell die sechste und dem Zeitplan nach vorletzte Verhandlungsrunde über das Freihandelsabkommen Nafta zwischen Kanada, den USA und Mexiko. Bereits seit Sonntag gibt es in Montreal jedoch schon direkte Kontakte zwischen den drei Verhandlungsdelegationen, die voraussichtlich bis zum 29. Januar zusammensitzen werden. Die Voraussagen könnten unterschiedlic...