Peru

Erstes Fernsehprogramm auf Quechua in Peru


Von Anita Starosta

Logo der Sendung

(24. Dezember 2016, amerika21).- Im peruanischen staatlichen Fernsehen ist das erste Nachrichtenprogramm in der indigenen Sprache Quechua auf Sendung gegangen. Ziel sei es, die soziale Inklusion und die Quechua sprechende Bevölkerung Perus zu erreichen. Die Sendung trägt den Titel „Ñuqanchik“ (Wir) und wird von Marisol Mena und Clodomiro Landeo moderiert. Beide kommen aus dem Department Apurímac und setzten sich in der Vergangenheit für die Akzeptanz der Sprache ein.

Hinter ihnen steht ein quechuasprachiges Team, das nicht nur Nachrichten aus dem Spanischen übersetzt, sondern die Sprache in ihrer Gesamtheit und Eigenständigkeit berücksichtigt. Der Produktionsleiter Carol Ruiz spricht davon, dass es nach etlichen, jahrelangen Versuchen endlich gelungen sei, ein eigenständiges Programm von und für den quechuasprechenden Teil der Bevölkerung zu etablieren.

In Peru sprechen etwa 13 Prozent der Bevölkerung Quechua, das sind ungefähr vier Millionen Menschen. Für einzelne Regionen des Landes ist diese Sprache von großer Bedeutung. So sprechen in Apurímac 72 Prozent, in Huancavelica 65 Prozent und in Ayacucho 64 Prozent der Einwohner*innen Quechua. Oft würden sie benachteiligt und diskriminiert.

Mena weist darauf hin, dass „die Kosmovision der andinen Welt und die soziale Konstruktion in der Sprache dargestellt werden“. Quechua sei familiärer und einladender. So wird das spanische „Hola“ (Hallo) in Quechua mit „imaynalla“ übersetzt, was so viel bedeutet wie „Du bist eingeladen zu kommen“.

Im ersten Interview für Ñuqanchik sprach Ministerratspräsident Fernando Zevala von einem historischen Tag und lobte die Initiative als einen Schritt der Annäherung und Akzeptanz. Denn oft beginne Diskriminierung schon bei der Sprache, so Zevala. Mit Ñuqanchik solle eine Barriere gebrochen werden, denn schließlich sei Quechua die Sprache der eigenen Vorfahren. Auch Kulturminister Salvador del Solar gratulierte mit einer Nachricht auf Quechua und rief die Bevölkerung dazu auf, gemeinsam für ein Land einzustehen, dass seine Kulturen und Sprachen liebe.

Der Mitinitiator von Ñuqanchik und Präsident des nationalen Institut für Radio und Fernsehen, Hugo Coya Honores, gratulierte ebenfalls und sprach davon, im nächsten Jahr ein Programm in Aymara zu starten und auch weitere indigene Sprachen wie Awajun oder Asháninka zu berücksichtigen.

(Mit Informadionen von nodal und guardian)

 


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