Argentinien

Erneute Angriffe auf Bauern in Santiago del Estero


Foto: Púlsar/Mocase VC(Buenos Aires, 25. Juli 2011, púlsar).- Nach Angaben der Bauernbewegung aus Santiago del Estero kam es erneut zu Angriffen auf Bewohner der Provinz. Ein älterer Mann sei von Vermummten überfallen worden. Der Überfall habe sich in den frühen Morgenstunden des 15. Juli ereignet, so die Bauerninitiative. Die Opfer seien die Bauern Enrique Taboada und Domingo Salto. Letzterer erlitt eine Kopfwunde, die mit zwölf Stichen genäht werden musste. Anschließend hätten die Vermummten den Kleinlaster der Familie angezündet.

Hintergrund sind Gebietsstreitigkeiten zwischen der in der Provinz Santiago del Estero befindlichen Indígena-Gemeinde Lule-Vilela Ashca Caycu und dem Unternehmen Julianes Hermanos. Dabei geht es um 10.000 Hektar. Die Bauern und Bäuerinnen werfen dem Unternehmen vor, sich mit dem von ihm errichteten Zaun Weideland einverleibt zu haben, das ihm nicht zustehe. Die Bauerninitiative MOCASE-VC (Movimiento Campesino de Santiago del Estero) hatte diesen Vorwurf gegen das Unternehmen Julianes Hermanos öffentlich gemacht.

Seither kam es zu zahlreichen Angriffen auf Bauernfamilien in der Provinz. Nach Ansicht von MOCASE-VC stellen die jüngsten Aggressionen einen weiteren Einschüchterungsversuch dar. Vergangenen Monat ordnete der Provinzrichter Ramón Tarchini Saavedra die Verhaftung von 14 MOCASE-VC-Mitgliedern an. Hintergrund der Festnahmen waren Strafanzeigen, die das Unternehmen Julianes Hermanos gestellt hatte. Den Mitgliedern der Bauernbewegung wird kriminelle Zusammenrottung, Sachbeschädigung, Diebstahl und unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen.

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