Ecuador

Erneut Militäraktion Kolumbiens in Ecuador


(Rio de Janeiro, 24. Oktober 2008, púlsar-poonal).- Die lateinamerikanische Vereinigung für Menschenrechte ALDHU (Asociación Latinoamericana para los Derechos Humanos) hat in einer Meldung bekannt gegeben, dass kolumbianische Truppen erneut die Grenze zu Ecuador überschritten hätten. Kolumbianische Militärs sollen demnach ecuadorianische Bürger*innen in ihren Häusern angegriffen haben.

Laut Bericht verließen zwei Einheiten des kolumbianischen Militärs am Dienstagmorgen, den 21. Oktober, den Sektor La Caucasia, um mit zwei Booten vom Typ Piranha von der kolumbianischen Seite des Río San Miguel nach Ecuador zu gelangen. Anschließend seien sie in die Wohnungen der örtlichen Bevölkerung eingedrungen, hätten Bewohner*innen festgehalten, sie gefesselt und geschlagen und sich dann zurückgezogen.

Ecuadors Präsident Rafael Correa kritisierte den Übergriff. Er beschwerte sich, dass die kolumbianische Regierung ihr Grenzgebiet nicht kontrollieren könne und augenscheinlich auch nicht kontrollieren wolle. „Sie bewachen die Grenze nicht, damit wir es sind, die dafür das Geld ausgeben müssen“, so Correa in der Stadt Lago Agrio bei einer Begehung des Grenzgebiets.

Correa kritisierte den Plan Colombia als „gewaltsam“ und „kriegerisch“. Dem gegenüber begegne der Plan Ecuador der Gewalt mit Entwicklung, Gerechtigkeit und Wohlstand. Ecuador unterhält seit dem 3. März, als kolumbianische Streitkräfte ein Camp der kolumbianischen Guerilla FARC auf ecuadorianischem Territoriums bombadierten (siehe Poonal Nr. 795, 796), keine diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien.

CC BY-SA 4.0 Erneut Militäraktion Kolumbiens in Ecuador von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Volksabstimmung in Ecuador
71
(Montevideo, 5. Februar 2018, la diaria).- Am 4. Februar 2018 waren die Ecuatorianer*innen zu einer Abstimmung aufgerufen. Sie sollten entscheiden, ob fünf der wichtigsten, von der Regierung Rafael Correas eingeführten Reformen, auch weiterhin maßgebend sein oder abgeschafft werden sollen. In der Volksbefragung standen sieben Fragen zur Abstimmung. Mit einer Ja-Stimme sollten die Reformen abgeschafft oder geändert, mit der Nein-Stimme beibehalten werden. Zusätzlich bedeutete ...
Shuar kämpfen gegen den Bergbau
87
Von Darius Ossami (Berlin, 15. November 2017, npl).- Die Regierung Ecuadors hat in den vergangenen Jahren große Flächen der Gebirgskette Cordillera del Cóndor im Südwesten des Landes an Bergbau-Unternehmen verkauft, die dort Kupfer und Gold abbauen wollen. Nach Ansicht von Umweltorganisationen drohen irreparable Schäden in dem sensiblen Ökosystem. Und die dort lebenden indigenen Shuar befürchten den Verlust ihrer Lebensgrundlage. Nachdem im August 2016 das erste Dorf g...
Indigene Shuar kämpfen gegen den Bergbau
77
Die ecuadorianische Regierung hat große Flächen der Gebirgskette Cordillera del Cóndor im Südwesten des Landes an Bergbau-Unternehmen verkauft, die dort Kupfer und Gold abbauen wollen. Nach Ansicht von Umweltorganisationen drohen irreparable Schäden in dem sensiblen Ökosystem. In der südöstlich gelegenen Provinz Morona Santiago sehen sich die dort lebenden Shuar mit verschmutzten Flüssen, Drohungen, Vertreibungen und Tod konfrontiert. Nachdem im August 2016 das erste Dorf ger...
Was wir vom Konzept des „Buen Vivir“ lernen können
263
Von Steffi Wassermann (Berlin, 12. September 2017, npl).- Seit mehreren Jahren wird das Konzept des Buen Vivir auch in Deutschland vermehrt diskutiert. Der Ansatz verspricht ein Leben im Einklang mit der Natur, ein Leben, das den Wachstumszwang überwunden hat. Aber nicht nur das. In Ecuador und Bolivien wurde Buen Vivir und die damit verbundenen Forderungen von Rechten der Natur sogar in die Verfassung aufgenommen. Ursprünglich entstanden ist die Idee in den indigenen ...
Cuencas Sagradas – Ach du heiliger Quellfluss!
186
Von Nils Brock und Darius Ossami (Berlin, 13. August 2017, npl).- Der Amazonas wird gerne als die „grüne Lunge" unseres Planeten  bezeichnet. Doch der Lunge geht es schlecht: Wie eine nimmersatte Raupe arbeiten sich von allen Seiten profitorientierte Industrien durch den Regenwald : Ölbohrungen, Bergbau, Wasserkraftwerke, Flussbegradigungen und Soja-Monokulturen. Jede einzelne Industrie ist ein Baustein für die drohende Klimakatastrophe. Wie soll man diesen Wahnsinn st...