Guatemala

Ermittlungen im Mord an Bäuerin im Valle del Polochic gefordert


(Guatemala-Stadt, 06. Juni 2011, cerigua).- María Margarita Che Chub, Bäuerin und lokale Führungsperson aus der Gemeinde Paraná im Bezirk Panzós (Alta Verapaz), erlag am vergangenen 4. Juni ihren Schusswunden. Damit ist sie das dritte Opfer in einer Reihe von Morden an Landarbeiter*innen in der Region. Bereits zuvor waren zwei Bauern ermordet worden, die aus dem Landgut Chabil Utzaj vertrieben worden waren. Soziale Organisationen fordern vom guatemaltekischen Staat eine sofortige Untersuchung der Vorfälle.

Keine Untersuchung der Tat

Die indigene Q’eqchí-Anführerin Che Chub wurde in der Nacht zum 4. Juni in ihrer Wohnung vor den Aufgen ihrer beiden Kinder erschossen. Rafael González, Subkoordinator des Komitees für Bäuerliche Einheit CUC (Comité de Unidad Campesina), beklagt, dass obwohl die Staatsanwaltschaft und andere offizielle Stellen auf die Agrarproblematik aufmerksam gemacht wurden, die hinter den Taten steht, bislang keine Nachforschungen nach den Hintergründen und den Tätern eingeleitet worden sind.

Er verwies zudem darauf, dass die Region des Valle del Polochic ein sehr konfliktreiches Gebiet sei, da die indigene Bevölkerung einerseits unter Hunger und Armut leide und andererseits Großgrundbesitzer*innen, wie die Familie Widman, die Bauern und Bäuerinnen im März 2011 mit Unterstützung durch staatliche Sicherheitskräfte von ihrem Land vertrieben hätten.

Staat soll Bauern und Bäuerinnen besser schützen

Im Valle del Polochic wurden offiziellen Angaben zufolge im vergangenen März außer Che Chub auch der Bauer Antonio Beb Ac während einer Räumung sowie der Landarbeiter Óscar Reyes von Sicherheitskräften von besagtem Unternehmen ermordet. González sagte, dass bislang keine Informationen der staatlichen Behörden zum Stand der Untersuchung vorliegen würden.

Die Koordination der NGOs und Kooperativen CONGCOOP (Coordinación de ONGs y Cooperativas) verurteilte ihrerseits den Mord an der lokalen Anführerin und verwies darauf, dass das Opfer aktiv und öffentlich den Kampf für die Rückgewinnung des Lands auf der Finca Paraná unterstützt hatte.

Die Lateinamerikanische Frauenvereinigung ULAM (Unión Latinoamericana de Mujeres) verurteilte ebenfalls den Mord und rief den Staat dazu auf, die Vertreibungen und Aggressionen gegen die Bauern und Bäuerinnen zu stoppen.

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