Kolumbien

Ehemaliger FARC-Kämpfer in Antioquia erschossen


Dalaider Ortiz

Der ermordete Dalaider Ortiz. Ein ehemaliger Mitkämpfer fragt: „Handelt es sich wirklich um Einzelfälle oder steckt System dahinter? Wer zahlt und wer drückt den Abzug?“ Foto: Telesur

(Caracas, 13. November 2017, telesur).- Der ehemalige Kämpfer der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC, Dalaider de Jesús Vásquez, genannt Dalaider Ortiz, wurde in der Stadt Ituango im Depatment Antioquia von zwei Personen angegriffen und getötet. Weitere Personen wurden bei der Schießerei verletzt. Die Täter sind bisher nicht identifiziert.

Die Information wurde über einen Tweet des Ex-Kämpfers Rodrigo Granda bekannt. Dieser schrieb in seinem Twitter-Account @RodrigoGFARC: „In Ituango wurde der ehemalige Kämpfer Daladier Ortiz getötet. Wer wird dem Morden ein Ende setzen?“.

Der Leiter der Polizei in Antioquia, Oberst Carlos Mauricio Sierra, schilderte den Angriff folgendermaßen: „Herr Dala befand sich mit mehreren Menschen im Gespräch, als zwei Personen eintraten, die offensichtlich zu zwei weiteren gehörten, die auf Motorrädern außerhalb des Gebäudes warteten. Die Eingetretenen schossen und verletzten Herrn Dala tödlich; vier oder fünf weitere Personen, die mit ihm im Gespräch waren, wurden durch Schüsse verletzt.“ Die Nationalpolizei habe mit der Kripo und dem Geheimdienst eine Untersuchungskommission eingerichtet, um die Täter zu fassen.

Steigende Zahl von Morden in ehemaligen FARC-Gebieten

Die Gewalt in Kolumbien geht weiter, obwohl die Regierung versucht, einen anderen Eindruck zu vermitteln. Einem von der Menschenrechtskommission der politischen und sozialen Bewegung Patriotischer Marsch (Marcha Patriótica) und dem Institut für Entwicklung und Frieden Indepaz erstellten Bericht zufolge zeigte die Gewalt auf, wie komplex die Situation in den Regionen weiterhin sei. Ein Erscheinungsbild dieser fortdauernden Gewalt sei die steigende Zahl von Ermordungen in den Gebieten, in denen die FARC aktiv war. Expert*innen zufolge gehe es dabei um eine „gewaltsame Neuaufteilung der Kontrolle über die betroffenen Gebiete“.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen drückte seine Besorgnis über die gewalttätige Situation in Kolumbien aus. Die UN-Mission auf kolumbianischem Territorium war seinerzeit damit beauftragt, den Entwaffnungsprozess der FARC zu begleiten und die Umsetzung der 2016 in Havanna gefassten Beschlüsse sicherzustellen.

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