ECUADOR – VENEZUELA – USA: Streit um Luftraumverletzung


(Rio de Janeiro, 20. Mai 2008, púlsar).- Die ecuadorianische Außenministerin María Isabel Salvador hat am 19. Mai erklärt, dass es immer wieder zu Zwischenfällen an der Grenze zwischen Ecuador und Kolumbien komme. In den letzten Wochen seien mindestens zwei kolumbianische Hubschrauber unerlaubt in ecuadorianisches Territorium eingedrungen. Auch seien kolumbianische Wasserstreitkräfte in ecuadorianischen Gewässern gesichtet worden.

Seit Anfang März sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt, nachdem am 1. März kolumbianische Militärs in Ecuador eingedrungen waren, um ein Lager der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) auf ecuadorianischem Territorium anzugreifen (siehe Poonal Nr. 795 und Nr. 796).

Die ecuadorianische Regierung forderte nun Bogotá auf, das Sicherheitsabkommen der binationalen Grenzsicherungskommission COMBIFRON (Comisión Binacional de Frontera), das infolge des Zwischenfalls ausgesetzt wurde, unverzüglich wieder in Kraft zu setzen, um eine „militärische Eskalation“ der diplomatischen Krise zu verhindern.

Auch die venezolanische Regierung protestierte gegen illegales Eindringen von Militärs in ihr Territorium. Am 16. Mai seien 60 kolumbianische Soldaten im Bundesstaat Apure im Südwesten des Landes auf venezolanisches Gebiet vorgedrungen. Der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos wies diese Anschuldigung als haltlos zurück.

Das Pentagon hingegen räumte ein, dass am 17. Mai ein US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug vom Typ S-3 Viking in venezolanischen Luftraum eingedrungen war. Die gegen Drogenschmuggel in der Karibik tätige „Joint Interagency Task Force“ teilte mit, das von einem US-Luftwaffenstützpunkt auf der Antilleninsel Curaçao kommende Flugzeug, welches im Rahmen einer Anti-Drogen-Operation unterwegs gewesen sei, sei aufgrund eines Navigationsfehlers von der Route abgekommen und habe venezolanische Inseln überflogen.

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