Uruguay

Durchsuchung: „Casa de Filosofía“ beklagt „illegale Entführung“ von Büchern und Equipment


Casa de Filosofia beklagt „illegale Entführung“ ihrer Arbeitsmaterialien

Foto: Pablo Vignali / la diaria

(Montevideo, 10. April 2017, la diaria).- Das Kollektiv „Casa de Filosofía“ wehrt sich gegen eine „polizeiliche und mediale Offensive“, zu deren Höhepunkt die Polizei dessen Lokal durchsuchte und vier Personen festnahm. Alle vier wurden anschließend ohne Anklage wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Mitglieder des Kollektivs beklagen in einer Erklärung, die la diaria vorliegt, dass die Polizei „auf illegale Weise“ Arbeitsmaterialien aus dem Lokal entwendet hätte, wie etwa Computer, Fotokameras, externe Festplatten sowie Bücher. „Diese Materialien sind unsere täglichen Arbeitswerkzeuge, mit denen wir lernen, unsere Kurse vorbereiten und unsere Forschungsarbeiten durchführen“, heißt es in der Erklärung. Weiterhin fordern sie „von der Exekutive in Person ihres höchsten Repräsentanten, des Präsidenten Tabaré Vázquez, die sofortige Rückgabe der mitgenommen Materialien“.

„Casa de Filosofía“ versteht sich als ein autonomer Raum, in dem „verschiedene Formen kollektiver Erfahrung“ ihren Platz haben und „eine Transformation jener Bedingungen angestrebt wird, die die Machtbeziehungen sowie deren formale Daseinsformen bestimmen“.

Es sei diese Autonomie, so das Kollektiv, derentwegen die Gruppe in den Augen einer Regierung als gefährlich gelte, die „in den letzten Jahrzehnten versucht hat, jegliche Formen der Kultur zu monopolisieren, indem sie die Strukturen zur Schaffung von Kunst und Philosophie verstaatlichte“. Nach eigenen Worten wendet sich das Kollektiv gegen „eine Politik der institutionellen Verdrängung und medialen Stigmatisierung andersartiger Formen des Lernens und Forschens“.


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