Dilma Rousseff und Raúl Castro eröffnen ersten Abschnitt des Containerterminals im Hafen Mariel


Eröffnung Teilstück im Hafen Mariel / Foto: Robert Stuckert Filho/PR, blog.planalto.gov.br, CC-by-sa-2.5(Venezuela, 27. Januar 2014, telesur-poonal).- Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und ihr kubanischer Amtskollege Raúl Castro haben am 27. Januar ein erstes Teilstück des Containerterminals im Hafen von Mariel eingeweiht, dessen Bau Brasilien finanziert hat und der von der brasilianischen Firma Odebrecht errichtet wurde. Der Containerhafen ist das Kernstück der Sonderentwicklungszone Mariel ZEDM (Zona Especial de Desarrollo de Mariel), einer ersten Freihandelszone, mit der Kuba ausländische Investitionen anlocken will.

Für den Ausbau der 45 Kilometer westlich von Havanna gelegenen ZEDM sind insgesamt 957 Mio. US-Dollar veranschlagt, 682 Mio. US-Dollar finanziert Brasilien mit einem Kredit seiner Nationalen Entwicklungsbank BNDES. Das Terminal soll künftig auch Handelsschiffe abfertigen können, die größer als Panamax-Container-Schiffe sind. Der Hafen soll einmal Kapazitäten für 3 Mio. Container pro Jahr haben. Die ZEDM in Mariel wird den bisher in Havanna abgewickelten Seehandel ersetzen. Angesiedelt werden sollen dort auch Industrieparks, Logistikzentren, Handels- und Service-Unternehmen sowie eine Erdölbasis.

Es handele sich um eine Spezialentwicklungszone, die „Kuba im Einklang mit dem Prozess der Anpassung des Wirtschaftsmodells“ entwickelt, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der kubanischen Regierung. Brasiliens Außenministerium unterstreicht in einer Erklärung, man trage entscheidend zur Finanzierung „dieses wirtschaftlichen, industriellen und Handelszentrums bei“.

Brasilien will „einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Kubas“ werden

„Brasilien möchte einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Kubas werden. Wir sind der Ansicht, dass die Zunahme des bilateralen Handels einen Weg darstellt, diese Partnerschaft zu stärken. Es bieten sich große Möglichkeiten der gemeinsamen industriellen Entwicklung, beispielsweise auf dem Gebiet der Medizintechnik und bei Medikamenten und Impfungen, wo Kuba Spitzentechnologie bereitstellt“, erklärte Rousseff bei der Einweihung in Mariel. Für Montag war auch die Entsendung eines weiteren Kontingents kubanischer Ärzt*innen nach Brasilien geplant, die dort das öffentliche Gesundheitssystem stärken sollen.

Rousseff, die anlässlich des 2. Gipfeltreffens der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten Celac (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) nach Kuba gereist war, traf in Havanna auch den ehemaligen kubanischen Staatspräsidenten Fidel Castro.

CC BY-SA 4.0 Dilma Rousseff und Raúl Castro eröffnen ersten Abschnitt des Containerterminals im Hafen Mariel von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Auf seine Art (Montevideo, 27. November 2017, la diaria-poonal).- In den vierundzwanzig Stunden, die auf den ersten Todestag von Fidel Castro folgten, waren die Kubaner*innen zum Gang an die Urnen aufgerufen, um ihre Kommunalvertreter*innen zu wählen. Damit begann ein Prozess, der im Februar 2018 mit der Wahl der Nationalversammlung abgeschlossen sein und aus dem der Nachfolger von Präsident Raúl Castro hervorgehen wird. Erinnern an Fidel Castro: „Lorbeerkränze und Olivenbäume.“ Am S...
Marina Silva gibt nicht auf. Sie will Präsidentin von Brasilien werden Von Andreas Behn, Rio de Janeiro (Rio de Janeiro, 05. Dezember 2017, taz).- Marina Silva wird wieder kandidieren. Zum dritten Mal in Folge bringt sie das Parteienspektrum Brasiliens durcheinander. Denn die streitbare Ökologin ist für viele Linke wählbar, die von der 14 Jahre regierenden Arbeiterpartei PT enttäuscht sind. Zugleich aber gilt die strenggläubige evangelikale Christin auch vielen Rechten als Option, um bei den Wahlen im Oktober 2018 einen erneuten Sieg der ...
Absturz ins Bodenlose: Vor einem Jahr wurde Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff abgesetzt Von Andreas Behn, Rio de Janeiro (Rio de Janeiro, 03. September 2017, npl).- „Wir dürfen keine Fehler machen!“ Eindringlich wiederholte Luiz Inácio Lula da Silva diesen Satz mehrmals bei seiner Rede auf dem Weltsozialforum in Porto Alegre 2003. Kurz zuvor war er nach vier vergeblichen Anläufen zum Präsidenten Brasiliens gewählt worden. Es herrschte Aufbruchsstimmung, Lateinamerika stand eine Dekade mit Dominanz fortschrittlicher Regierungen bevor. Der einstige Globa...
Alles schon einmal dagewesen (Montevideo, 27. Juni 2017, la diaria).- “Nichts wird uns zerstören. Weder mich noch unsere Minister”, so Michel Temer am 26. Juni 2017. Der Präsident Brasiliens gab diese Erklärung ab, nur einen Tag vor Ablauf der durch den Obersten Gerichtshof STF (Supremo Tribunal Federal) gesetzten Frist, in der Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot eine formelle Anklage gegen Temer wegen Korruption im Falle des Unternehmens JBS erheben konnte. Einige Stunden später reichte Janot Klage ein. ...
Kurze Verschnaufpause für Temer Von Andreas Behn (Rio de Janeiro, 13. Juni 2017, npl).- Nur knapp ist Brasilien an einem zweiten Präsidentschaftswechsel in nur einem Jahr vorbeigeschrammt. Vier von sieben Richter*innen des Obersten Wahlgerichts sprachen Präsident Michel Temer von dem Vorwurf illegaler Wahlkampffinanzierung im Jahr 2014 frei. Damit ist die drohende Annullierung des Wahlsieges, bei dem Temer als Vizepräsidentschaftskandidat der damals siegreichen Präsidentin Dilma Rousseff antrat, vom ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.