Peru

Die Consulta Previa und die indigenen Völker


von Jorge Zavaleta Alegre

Indigene Kinder in Iquitos / Szymon Kochanski, Flickr(Lima, 19. Februar 2012, servindi).- Belén ist ein Touristenziel im peruanischen Regenwald, das auf beeindruckende Art und Weise hilft, das Amazonasgebiet besser zu verstehen. Auf dem Markt in der Straße Venecia werden neben Getränken und Trödel auch Nahrungsmittel, Obst und Süßwasserfisch angeboten.

 

Schmelztigel Belén

Rund um die Vía Italiana stehen schmucke Holzhäuser und eine sanfte Brise weht von einem Nebenflusses des Amazonas herüber, dessen Flussbett sich durch die Klimaauswirkungen verändert hat. Kinder spielen im Schlamm und mit den Tieren, während die Erwachsenen sich den Himmel betrachtend unterhalten und auf den Regen warten, der die tropische Hitze mildert.

Dieses Bild Perus hilft, die direkte Verbindung zwischen dem Menschen und den natürlichen Ressourcen und der kulturellen Integration besser zu verstehen. An diesem Ort vermischen sich die verschiedenen Ethnien: Indigene auf Besuch oder die ihre eigenen Gemeinden verlassen haben, Chines*innen aus Shanghai, Kolumbianer*innen, Venezolaner*innen und Brasilianer*innen aus Manaus, die nach Handelsmöglichkeiten suchen, sowie zahlreiche Migrant*innen aus den Höhenzügen und den nördlichen Küstengebieten.

Ressourcenabbau versus Tradition

In Iquitos besteht eine wachsende Hoffnung, den Pazifik über Piura, San Martín und Iquitos mit dem Atlantik zu verbinden. Möglicherweise ist dies der Ort, wo das Gesetz der vorhergehenden Konsultation (Consulta Previa) von den indigenen Organisationen am meisten geschätzt wird und wo man hofft, dass das Regulierungsprojekt auch erfasst, wer diejenigen sind, die die Welt des Amazonas retten wollen – in Einklang mit den nationalen Gesetzen und den internationalen Abkommen, die Peru unterzeichnet hat.

Alberto Chirif, Autor von Büchern wie dem „Atlas de Comunidades Nativas“, „El Indígena“ und „Marcando Territorio“ sagt, dass noch nicht ausreichend untersucht wurde, wie die Ökonomie des Amazonas funktioniert und wem die Gesetzeskampagnen und der Abbau von Ressourcen wirklich dienen, die von verschiedenen Regierungen eingeführt wurden. Die westlichen Wertvorstellungen werden eher als Instrument genutzt, um mit der jahrtausendealten Vernunft der Indigenen zu brechen.

In den Dörfern des Amazonasgebietes kann man auf natürliche Art und Weise die verschiedenen Kulturen und ihre Ausdrucksweisen in Kunsthandwerk, Gesang, Musik, Tanz, Schriftstellerei, Humor und Nachbarschaft erleben.

Das Werk von Róger Rumrill “Las Amazonías del Perú” unterstützt ohne Zweifel die Erforschung und Erfassung der Amazonaswelt, aus der er stammt. Mit Sicherheit ist das Buch “La consulta previa, retos para una institucionalidad estatal en materia indígena”, das von der Parlamentarischen Indigenen Gruppe im Kongress (Grupo Parlamentario Indígena del Congreso de la República“) veröffentlicht wurde, ein weiteres Element der Bestätigung der erhofften Regulierung eines Gesetzes, welches das Vorher und das Nachher des Mythos Amazonas beschreibt, angefangen mit dem Fokus auf Belén, einem der am meisten vergessenen Dörfer und Repräsentant von Todas Las Sangres.

CC BY-SA 4.0 Die Consulta Previa und die indigenen Völker von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

89-jährige indigene Heilerin und Aktivistin ermordet (Caracas, 20. April 2018, telesur).- Die 89-jährige Olivia Arévalo Lomas, Führungspersönlichkeit der indigenen Shipibo Konibo im peruanischen Amazonasgebiet, ist am 19. April ermordet worden. Zeug*innen zufolge hat sich ein Mann ihrem Haus genähert und ihr mehrfach in die Brust geschossen. Anschließend flüchtete er auf einem Motorrad. Der Mord geschah in der Gemeinde Victoria Gracia nahe der Stadt Yarinacocha, in der ostperuanischen Region Ucayali. Der Dachverband der Indi...
onda-info 428 Bei frostigen Temperaturen senden wir aus unserem Berliner Studio als erstes eine Nota aus Mexiko inklusive erwärmender Musik von Alerta Bacalar! Danach geht es weiter nach Brasilien, dieses gilt unter Flüchtenden wegen seiner Gastfreundschaft als ideales Fluchtland. Doch wer dort Asyl bekommt, ist oft mit vielerlei Vorurteilen konfrontiert. Derzeit sind es vor allem Menschen aus Venezuela, die die Grenze Richtung Brasilien überschreiten und – vorerst – bleiben wollen. Die Za...
Chile legt gegen den Trend Staudammprojekte zu den Akten Von Paula Leighton, SciDevNet (Lima, 13. Februar 2018, servindi).- Dutzende von Staudämmen zerstückeln sechs der acht wichtigsten Flüsse im andin-amazonischen Raum. Einer Studie zufolge sind 142 Staudämme bereits in Betrieb oder in Bau. 160 weitere befinden sich im Planungsstadium. Gegen diesen Trend wurden in Chile in jüngster Zeit sieben Staudammprojekte zu den Akten gelegt, da sie sich - offiziell - nicht rechneten. Staudämme zur Gewinnung von Energie aus Wasserk...
Afro-Brasilianische Geschichten aus dem Amazonasgebiet Von Nils Brock (Berlin, 5. Dezember 2017, npl).- „Als Lehrer fiel es mir immer schwer, über die Geschichte der Schwarzen zu sprechen,“ sagt João Ataide leise. Auch heute merkt man ihm das an. Sein Blick ist nach unten, auf ein Grasbüschel gerichtet. Dahinter steht ein zweigeschossiger Betonbau mit Seminarräumen, ganz ähnlich der Schule im brasilianischen Macapá, einer 300.000 Einwohner-Stadt im nördlichen Amazonasgebiet Brasiliens, wo Ataide sonst unterrichtet. „Stell ...
„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“ Von Darius Ossami (Berlin, 25. Dezember 2017, npl). Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne - sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline "Oleoducto Norperuano" ge...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.