Lateinamerika

Dicke Luft


Smog über Santiago de Chile, gesehen vom Hügel San Cristiobal / rhuturbia, flickr(Lima, 29. September 2011, noticias aliadas).- Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt in einer Ende September veröffentlichten Studie vor der immer schlechter werdenden Luftqualität in den Städten Lateinamerikas. Es würden Werte erreicht, die zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden führen können, so die WHO.

 

Besonders dicke Luft herrscht in Mexicali, Santa Cruz, Lima und Bogotá. Die von der WHO empfohlenen Maximalwerte von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft für die Feinstaubverschmutzung (PM10) ‒ feste oder flüssige Partikel aus Staub, Asche, Ruß, Zement, Metall oder verschiedenen Pollen, die kleiner als 10 Mikrometer sind ‒ wird dort um ein Vielfaches überschritten.

In Perus Hauptstadt Lima enthält ein Kubikmeter Luft 78 Mikrogramm Feinstaub, in der bolivianische Stadt Santa Cruz sind es 83 Mikrogramm, in Bogota 77, im chilenischen Rancagua 74 und in Santiago de Chile 79 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In Lateinamerika atmen jedoch die Bewohner*innen von Mexicali den meisten Feinstaub ein: Dort enthält ein Kubikmeter Luft 137 Mikrogramm Feinstaub.

Ursache für Krebs und Asthma

Feinstaub könne „in die Lunge gelangen kann und von dort in den Blutkreislauf. Das kann die Durchblutung des Herzens beeinträchtigen, Lungenkrebs, Asthma und akute Infektionen der unteren Atemwege zur Folge haben“, warnt die Weltgesundheitsorganisation in ihrem Bericht vom 26. September.

Die Luftverschmutzung sei ein Umweltproblem, das Gesundheitsschäden in großer Zahl verursache, daher sei es „essentiell, dass wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um die Lasten zu verringern, die dem Gesundheitssystem dadurch entstehen“, so die Leiterin des Referats Gesundheit und Umwelt der WHO, María Neira.

Lokale Lösungsansätze

Mögliche Lösungsansätze für eine Senkung der Feinstaubverschmutzung werden dabei von Stadt zu Stadt verschieden sein, erklärte Carlos Dora, der Interventionen zugunsten einer gesunden Umwelt beim Referat Gesundheit und Umwelt der WHO koordiniert. Entscheidende Faktoren seien die Ursachen der Verschmutzung, der Grad der Verschmutzung sowie die geografische Lage, so der Funktionär.

Die costaricanischen Hauptstadt San José weist übrigens mit einer Feinstaubverschmutzung von 28 Mikrogramm pro Kubikmeter einen der niedrigsten Werte in Lateinamerika auf.

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