International Mexiko

„Der Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und ethnischer Herkunft ist auf der ganzen Welt das Gleiche“


Yalitza Aparicio, Hauptdarstellerin in „Roma“
Foto: Wikipedia, Secretaría de Cultura Ciudad de México (CC BY 2.0)

(Lima, 21. Februar 2019, Servindi).- Alfonso Cuarón, Regisseur des mexikanischen Films „Roma„, erklärte kürzlich in einem Interview mit der UNO, dass „der Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und ethnischer Herkunft auf der ganzen Welt das Gleiche ist“. Zudem berichtete er davon, dass es in Mexiko – wie in jedem anderen Teil der Welt – „anhand der Hautfarbe, nicht schwer zu erkennen ist, wo sich die wirtschaftliche Macht befindet“ und die indigenen Völker dort wesentlich weniger Privilegien hätten.

In dem Film „Roma“, in dem die junge mexikanische Indígena Yalitza Aparicio die Hauptrolle spielt, wird auch Mixtekisch gesprochen, die Sprache eines indigenen Volkes, welches in der Mixteca-Region lebt, die heute Teil des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca ist. Cuarón führte an, dass es sich „um eine sehr unterdrückte Sprache“ handele, die von den Hauptdarsteller*innen nur in ihren eigenen Räumen gesprochen wird – der Küche und ihrem Zimmer.

Regisseur Alfonso Cuarón
Foto: wikipedia, Mario Antonio Pena Zapatería (CC BY-SA 2.0)

Außerdem erklärte er, dass es in Mexiko Programme zur Abschaffung der indigenen Sprache gegeben habe, unter dem Druck der Gesellschaft, der von Generation zu Generation weitergegeben worden sei „aus Angst, sich nicht zu integrieren“.

Der Regisseur reagiert auch auf Aussagen, die den Sprachen, die nur noch wenige Sprecher*innen haben, das Existenzrecht abspricht. „Das ist beängstigend. Es ist fast ein Mord an der Kultur. Die Sprachen bereichern sich an der Vielfalt. Das Verständnis bereichert sich an der Vielfalt. Die Menschheit bereichert sich an der Vielfalt“, fügte er hinzu.

In diesem Zusammenhang erklärte er, dass der Film auch „eine Diskussion über den Rassismus in Mexiko entfacht hat, den wir sehr stark ignoriert haben und immer noch verleugnen“.

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