Mexiko

Demonstration gegen Bergbau in Chiapas 1


Demonstration Chicomuselo

Die Demonstration in Chicomuselo. Foto: Desinformémonos

(Mexiko-Stadt, 3. Oktober 2017, desinformémonos/poonal).- Im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas nahmen am 2. Oktober etwa 5.000 Menschen an einem großen „Protestmarsch gegen Bergbau und Landraub“ durch die Gemeinde Chicomuselo teil. Sie protestierten dagegen, dass der Staat, gemeinsam mit Bergbauunternehmen, mit „Repression, Einschüchterungen, Drohungen, Haftstrafen bis hin zu Morden“ gegen Landverteidiger*innen und ihre Netzwerke in den Gemeinden von Chiapas vorgehe.

Die Demonstration wurde von dem Komittee zur Verteidigung des Lebens „Samuel Ruiz“ (Comité de Promoción y Defensa de la Vida “Samuel Ruiz”) organisiert und von lokalen christlichen Gemeinden und Menschenrechtsorganisationen unterstützt. Die Demonstrant*innen kritisierten, dass sowohl transnationale, nationale als auch private Bergbauunternehmen entschlossen seien, gemeinsam mit den Behörden ihre Aktivitäten in der Region zu intensivieren und zu erweitern. Dies führe zu einem Raubbau an der Natur, Vertreibung der Bevölkerung, Landraub und zur Zerstörung jeder Form von Organisierung von denjenigen, die versuchten sich friedlich und legal zu verteidigen. Durch Provokationen werde versucht, dass sich die Gemeinden spalten und gegeneinander stellen. Dabei „machen sie sich die Armut der Bewohner*innen zu Nutze, indem sie ihnen wirtschaftliche Hilfe anbieten, damit die die Bergbauprojekte akzeptieren“, heißt es in dem Aufruf.

Weiter heißt es: „Wir, die sich entschlossen haben, das Leben und die Mutter Erde zu verteidigen, leben in ständiger Gefahr vor den Drohungen der Unternehmer*innen, der organisierten Verbrechens und der staatlichen Institutionen. Sie kennen nur die Straflosigkeit, die Ungerechtigkeit, die Ungleichheit, die Ausbeutung und die Verachtung gegenüber uns Indigenen und Gemeindemitgliedern.“

Die Demonstrant*innen erklärten sich solidarisch mit den Bewohner*innen der Dörfer Ricardo Flores Magón und Grecia, in der Gemeinde Chicomuselo, wo die Wiederaufnahme der Bergbauaktivitäten zu Spaltungen in den Gemeinden und einer Zunahme der Feindseligkeiten gegen die Anwohner*innen geführt hat. Allein in Chicomuselo wurden zwölf Bergbaukonzessionen vergeben, die bis zum Jahr 2059 gültig sind. Angesichts der Bedrohungen und der durch den Bergbau in Chiapas hervorgerufenen Gewalt forderten die Gemeindemitglieder eine Widerrufung der Minenkonzessionen und weiterer „Todesprojekte“, ein Ende der Militarisierung in Chicomuselo und den Respekt vor der Selbstbestimmung der Völker in Chiapas.

CC BY-SA 4.0 Demonstration gegen Bergbau in Chiapas von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Waldflächen von Bergbau bedroht Von Movimiento Mesoamericano contra el Modelo Extractivo Minero (M4) (Mexiko-Stadt, 6. April 2018, desinformémonos).- Die Waldgebiete in Mexiko stehen im Zentrum eines Territorialkonflikts angesichts der Expansion der Bergbauindustrie. In dem lateinamerikanischen Land gibt es derzeit 895 Bergbauprojekte und 58 Prozent der mexikanischen Waldflächen (d.h. 64,5 Millionen Hektar) im ganzen Land sind von den Erkundungs- und Abbaulizenzen betroffen. Am stärksten sind die ...
Bericht vom Zapatistinnentreffen in Chiapas Politik, Sport und Kultur standen im Mittelpunkt des dreitägigen “Ersten Internationalen Politischen, Sportlichen und Kulturellen Treffens für Frauen, die kämpfen”, das vom 8. bis zum 10. März 2018 im Süden Mexikos stattfand. Die Zapatistas hatten Frauen aus aller Welt zu dem Treffen in dem selbstverwalteten Bezirk Morelia in den Bergen von Chiapas eingeladen. Ihre Motivation: sie wollten der ersten indigenen Präsidentschaftskandidatin Mexikos, Marichuy, ordentlich Anschub le...
Die Verteidigung der Ländereien Von Ana de Ita* (Mexiko-Stadt, 4. April 2018, la jornada).- Mitte März trafen sich Mitglieder von mehr als 20 indigenen Völkern, Vertreter*innen kleinbäuerlicher Gemeinden, Organisationen und Kollektive aus 23 mexikanischen Bundesstaaten in Mexiko-Stadt. Mit ihren eigenen Erfahrungsberichten als Grundlage setzten sie eine Landkarte der Bedrohungen zusammen, denen ihre Territorien ausgesetzt sind. Für die indigene Bevölkerung haben die Ländereien eine besondere Bedeutun...
Konflikt um die Mine Media Luna spitzt sich weiter zu (Oaxaca, 27. Februar 2018, La Minuta).- Die Gemeinde Real del Limón hat den Nutzungsvertrag über die Ländereien mit dem kanadischen Unternehmen Torex Gold, Eigentümerin der Mine Media Luna und der Mine Limón-Guajes im Landkreis Cocula , aufgehoben. Am 22. Februar verschafften sich die Gemeindelandbesitzer*innen Zugang zu ihren Ländereien, um diese zurück zu bekommen. Dabei kam es zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitspersonal, staatlichen und den Ministerien...
Indigene Shuar gegen den Bergbau in Ecuador Im August 2016 räumten die ecuadorianische Polizei und Armee das Dorf Nankints in der Amazonasprovinz Morona Santiago im Süden Ecuadors. Das Gebiet wird von einer chinesischen Bergbaufirma beansprucht - sie hat insgesamt 41.000 Hektar Land in der Cordillera del Cóndor erworben, um dort Kupfer und Gold abzubauen. Die indigenen Shuar, die dort seit Jahrhunderten leben, befürchten den Verlust ihrer Lebensgrundlage. Die Shuar versuchten mehrfach, ihr Dorf wieder zu besetzen. N...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu “Demonstration gegen Bergbau in Chiapas