Lateinamerika

CIDH-Sonderanhörung zu Rechten indigener Völker


(Buenos Aires, 26. Februar 2009, púlsar).- Die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) wird am 20. März das Problem der Kriminalisierung indigener Völker in Kolumbien, Peru, Chile und Ecuador thematisieren. Das OAS-Menschenrechtsgremium mit Sitz in Washington (USA) war vom Dachverband von Indígenaorganisationen in den Anden CAOI (Coordinadora Andina de Organizaciones Indígenas) zur Einberufung dieser Anhörung aufgefordert worden.

Die Indígenavertreter*innen aus den Andenstaaten erklärten, die von ihren Regierungen praktizierte Kriminalisierung ziele darauf, den gerechten Protest gegen die Verletzung von Rechten, die von internationalen Gremien anerkannt würden, zum Schweigen zu bringen. Sie verwiesen darauf, dass die Regierungen Kolumbiens, Perus, Chiles und Ecuadors diejenigen verfolgten, die die Umsetzung der ILO-Konvention 169 sowie der UN-Deklaration über die Rechte indigener Völker einforderten. Angaben der Nachrichtenagentur adital zufolge haben Anwält*innen der Indígenaorganisationen eine Studie mit typischen Fallbeispielen sowie Schlussfolgerungen und Empfehlungen erarbeitet.

Die Studie mit dem Titel „Verhaftet wegen Engagements für die Mutter Erde? Kriminalisierung der Ausübung der Rechte indigener Völker. Politische und juristische Analyse“ verurteilt das neoliberale Wirtschafts- und Politikmodell. Dieses Modell biete den Rahmen dafür, transnationalen Unternehmen anhand von Freihandelsverträgen alle möglichen Vorteile zu gewähren, wodurch es zur Verletzung der Rechte der Indígenas komme und in der Folge diese Rechte kriminalisiert würden, um Hindernisse für die Weiterentwicklung des neoliberalen Modells aus dem Weg zu räumen. Indígenavertreter*innen aus den Andenstaaten werden dem Treffen am 20. März in den Vereinigten Staaten beiwohnen.

CC BY-SA 4.0 CIDH-Sonderanhörung zu Rechten indigener Völker von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Indigene Rechte: Zum Tag des Widerstands Viele, vor allem europäisch stämmige Nord- und Lateinamerikaner*innen, sehen im 12. Oktober bis heute einen Feiertag für die „Zivilisierung“ und Missionierung des Kontinents. In Spanien ist der Tag, an dem Christoph Kolumbus vor 525 Jahren auf den amerikanischen Kontinent traf, Nationalfeiertag; aber auch in fast allen amerikanischen Ländern wird der 12. Oktober als Tag des "Hispanischen", als Kolumbus-Tag, als Tag des Kontaktes zweier Kulturen oder, weniger schön, als Tag de...
Aufklärung des Mordes an Berta Cáceres? Sie musste ihren Kampf mit dem Leben bezahlen. Am Grab der Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres. Foto: Erika Harzer Am 2. März 2016 wurde Berta Cáceres in La Esperanza, Intibucá, Honduras, ermordet. Auftragskiller erschossen die weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannte Feministin, Menschenrechts- und Umweltaktivistin und Anführerin des Rates der indigenen Völker von Honduras COPINH. Mehr als 16 Monate sind seitdem vergangen. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungsh...
Das Leid der Migrant*innen Von Arnaldo Pérez Guerra Santiago de Chile, 1. Mai 2017: Migrant*innen fordern ihre Rechte ein. Foto: Noticias Aliadas/Arnaldo Pérez Guerra (Lima, 14. Juni 2017, noticias aliadas).- 1992 lebten in Chile 100.000 Migrant*innen. Im Jahr 2013 zählte man schon gute 400.000; heute sind es fast eine halbe Million. Die meisten leben in der Hauptstadtregion, in Valparaíso und im Norden des Landes. Der größte Teil ist im Dienstleistungssektor, im Bergbau, in der Industrie, in de...
onda-info 409 Hallo und willkommen zum onda-info 409! Wir haben gleich drei schicke Beiträge für euch! Kolumbien: Über 300 Seiten ist er dick, der Friedensvertrag, den die kolumbianische Regierung und FARC-Guerilla ausgehandelt haben. Doch der Weg zu einem wirklichem Frieden ist weit. Helfen sollen dabei  Community Radios. Wie das geht? Wir haben uns bei Radiomachenden vor Ort umgehört. Costa Rica: Das kleine Land lebt von seinem Öko-Image. Doch Dank Globalisierung und Freihandel ist C...
Indigene Marathongewinnerin mit Rock und Sandalen Die 22-jährige Indigene María Lorena Ramírez gewinnt einen Marathonlauf in Sandalen und Rock. Foto: Servindi (Lima, 22. Mai 2017, servindi/hispantv).- Es ist eines der Bilder, von denen ganz Mexiko spricht: Eine junge Indigene hat den Bergmarathon in der Gemeinde Cerro Rojo, im Bundesstaat Puebla gewonnen. Und das ganz ohne professionelle Ausrüstung: ohne Sportschuhe, ohne speziellen Läufergürtel für Verpflegung und Getränke, sondern nur bekleidet mit einem Rock und einfa...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.