Belize

CIDH mahnt Regierung, Rechte der Maya sicherzustellen


Maya-Staette-in Toledo / Ken Meyer, CC BY 2.0, flickr(Lima, 07. Mai 2013, servindi-poonal).- Die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) hat sich am 6. Mai in einer Erklärung besorgt über die Menschenrechtslage der Maya-Gemeinden im Distrikt Toledo im Süden Belizes geäußert. In der Erklärung heißt es, Privatunternehmen hätten kürzlich auf traditionellem Land der Maya-Gemeinden Erkundungsaktivitäten vorgenommen sowie Rohstoffe ausgebeutet und Wald abgeholzt.

Belizische Behörden hätten den Unternehmen ohne die erforderliche vorherige Hinzuziehung der Indigenen Genehmigungen erteilt – dies sei Ressourcenplünderung und Umweltzerstörung mit staatlichem Einverständnis.

In letzter Konsequenz sind damit Lebensweise und Identität der indigenen Gemeinden in Frage gestellt.

Regierung hat Mahnungen der CIDH bisher ignoriert

Bereits im Jahr 2004 hatte die CIDH einen Bericht zu der Problematik verfasst. Seinerzeit prangerte die Interamerikanische Menschenrechtskommission an, das Landrecht der Maya-Gemeinden werde vom belizischen Staat verletzt, da dieser keine Abgrenzung vornehme und keine Landtitel an die Indigenen vergebe.

Die CIDH rief dazu auf, die Maya an Beratungen ihr Land betreffend zu beteiligen und jedwede Handlung zu unterlassen, die Auswirkungen auf die indigenen Gebiete habe. Der Regierung von Belize gingen zahlreiche Schreiben den Stand bezüglich der Empfehlungen betreffend zu – auf die meisten von diesen erhielt die CIDH keine Antwort.

Landessprache Englisch in einem hispano-amerikanischen Kulturraum

Belize stellt in Mittelamerika insofern einen Sonderfall dar, als die Landessprache Englisch im ehemaligen Britisch-Honduras die Muttersprache von lediglich drei Prozent der rund 320.000 Einwohner ist. Diese bewohnen eine Fläche, die fast derjenigen von Mecklenburg-Vorpommern entspricht.

Belizes Verbindungen zu den anderen mittelamerikanischen Staaten sowie zu Lateinamerika insgesamt sind schwach ausgeprägt. Das Land gehört dem Commonwealth an.

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