Kolumbien

Chocó: Paramilitärs dringen in Dorf ein


700 Menschen sollen von den Gefechten betroffen sein. Foto: Telesur/El Colombiano

(Caracas, 5. März 2017, telesur/poonal).- 200 Paramilitärs der Autodefensas Gaitanistas de Colombia sollen am Morgen des 3. März in die afrokolumbianische Gemeinde Peña Azul eingedrungen sein. Das berichtet die Menschenrechtskommission des “Congreso de los Pueblos”, ein Zusammenschluss von Basisbewegungen in Kolumbien. Peña Azul liegt in Alto Baudí im nordwestlichen Department Chocó. Nach Angaben des Congreso de los Pueblos hätten die Paramilitärs um sich geschossen und sich Gefechte mit Aufständischen der ELN (Ejército de Liberación Nacional) geliefert.

„Die Gemeindemitglieder sind geflüchtet und niemand weiß, wo sie sich gerade befinden. Nur fünf der 28 dort lebenden Familien sind sicher in die Siedlung Pie de Pató gelangt. Es ist nicht bekannt, ob es Verletzte oder Getötete gibt. In der Gemeinde befinden sich auch Kinder und Alte“, heißt es in dem Kommuniqué. Der Congreso de los Pueblos hat die kolumbianische Ombudsstelle für Menschenrechte und die UN aufgefordert, die Bevölkerung des Chocó vor der paramilitärischen Präsenz zu schützen.

Während die größte kolumbianische Rebellenarmee FARC gerade unter UN-Aufsicht entwaffnet wird, befürchten Anwohner*innen ein Nachrücken paramilitärischer Gruppen in die von den FARC verlassenen Gebiete. Sie fühlen sich vom Staat nicht geschützt, zumal führende Militärs die Existenz paramilitärischer Gruppen weiterhin leugnen.

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