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Chile: Streik und Proteste gegen Bildungsreformen


„Großer Profit, schlechte Qualität“. So steht es um das Bildungssystem in Chile.
Foto: ANRed

(Buenos Aires, 21. Juni 2019, ANRed).- Bereits seit Anfang Juni protestieren Lehrende und Schüler*innen gegen die Reformen an weiterführenden Schulen sowie für bessere Löhne der Lehrenden. Die Beteiligung an den Protesten liegt bei 80 Prozent und etwa 600.000 Lernende befinden sich im Streik. Am 20. Juni sind etwa 75.000 Lehrerinnen und Studierende in den größten Städten Chiles auf die Straße gegangen. Bei der Großdemo in der Hauptstadt Santiago de Chile kam es zu einem heftigen Polizeieinsatz mit Dutzenden Verhaftungen. Während der Demo setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein, die Demo konnte jedoch mit einer Abschlusskundgebung beendet werden.

Gegen die Schließung öffentlicher Schulen

Seit Anfang Juni befinden sich die chilenischen Lehrenden im Streik. Am 17. Juni haben sie einen Vorschlag des Bildungsministeriums zurückgewiesen, da er nicht ihren Forderungen entsprach. Eine Forderung besteht in der angemessenen Entlohnung von Sonderpädagog*innen. Bildungsministerin Marcela Cubillo wies diese Forderung mit dem Argument zurück, dass die erforderliche Summe im Haushalt nicht vorgesehen sei.

Die 50.000 Lehrenden, die im ganzen Land unterrichten, klagen die „Zerstörung des öffentlichen Bildungssystem in Chile“ an. Der Höhepunkt der Mobilisierung trifft mit einem Umfragetief des amtierenden Präsidenten Sebastian Piñera zusammen. Der rechtspolitische Unternehmer hatte vor einigen Monaten die Strompreise erhöht und angekündigt, dass sie alle sechs Monate weiter steigen werden. Und das in einem Kontext der wirtschaftlichen Rezession in Chile.

Die Lehrenden sprechen sich gegen die geplanten Reformen des Nationalen Bildungsrates aus, darunter das Vorhaben Fächer, wie Geschichte, Kunst, Sport und Philosophie nicht mehr verpflichtend an den Schulen lehren zu müssen. Außerdem prangern sie die Politik der Schließung öffentlicher Schulen an.

Repression gegen Schüler*innen

Die Bildungseinrichtung Instituto Nacional ist ein Symbol der Repression gegen Proteste. Die Schüler*innen haben von brutalen Übergriffen innerhalb des Kollegs berichtet, von Schlägen, Tränengas in geschlossenen Räumen und willkürlichen Verhaftungen. Am 19. Juni gingen die Videoaufzeichnungen der Übergriffe durch die sozialen Netzwerke. Dort ist zu sehen, wie die Polizei in die Unterrichtsräume eindringt, was an sich schon rechtswidrig ist, da die Polizei sich nur mit Erlaubnis der Direktion Zutritt verschaffen darf. Am gleichen Tag soll ein 15-jähriger Schüler von der Polizei entführt, geschlagen und gefoltert und schließlich im Park O´Higgins ausgesetzt worden sein.

Selbst die Weltorganiation UNICEF verurteilte die staatliche Repression gegen die Lehrenden und Studierenden. Die Schüler*innen des Instituto Nacional riefen für den 24. Juni einen landesweiten Studierendenstreik aus.

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