Mexiko

Chiapas: Indigener Widerstand gegen Vertreibung unter Vorwand des Naturschutzes


(Rio de Janeiro, 18. März 2010, púlsar).- Indígenas vom Volk der Tsetsal aus der Gemeinschaft von Ranchería Corozal im Schutzgebiet Montes Azules in Chiapas setzen sich gegen Vertreibungsversuche seitens der Regierung zur Wehr. Sie zeigten Repression seitens der Behörden an.

Hubschrauber der Marine hätten die Region überflogen und die Bevölkerung verängstigt. Ein Hubschrauber sei gelandet und die Beamten hätten die gesamte Gemeinde durchsucht. Nach Angaben der Landesweiten Kommission für Naturschutzgebiete sind die Eigentumsrechte an Boden in diesem Gebiet nicht geregelt. Da es zu einem Biosphärenreservat gehöre, sei es ein Raum „der Erhaltung und des Schutzes von natürlichen Ressourcen“.

Die Einwohner*innen von Ranchería Corozal halten dem entgegen, dass sie von ökologischem Mais- und Gemüseanbau sowie von ökologischer Tierhaltung leben und bereits Maßnahmen anwenden würden, um die Erde zu schützen. Gleichzeitig äußerten sie ihre Zweifel, dass die Erhaltung der Natur das wirkliche Motiv für die Vertreibungsversuche sei. Es wird stattdessen befürchtet, dass ein geplantes Öko-Tourismus-Projekt das Motiv der Behörden ist.

Die Regierung bot der Bevölkerung individuelle Entschädigungsleistungen oder die Wiederansiedlung in der Gemeinde Palenque an. Die Indígenas lehnten es jedoch ab, ihre angestammten Gebiete zu aufzugeben.

Erst am vergangenen 21. Januar waren 120 Familien aus den Gemeinden San Pedro Guanil, El Suspiro und El Semental vertrieben worden (vgl. poonal 883).

CC BY-SA 4.0 Chiapas: Indigener Widerstand gegen Vertreibung unter Vorwand des Naturschutzes von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Mexikanische Bundespolizei setzt Tränengas gegen Migrant*innen ein
94
(Mexiko-Stadt, 19. Oktober 2018, desinformémonos/democracy now).- Die mexikanische Bundespolizei hat im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas mehr als 2.000 honduranische Migrant*innen mit Tränengas daran gehindert, weiter auf mexikanisches Gebiet vorzudringen. Zuvor hatten die Honduraner*innen eine Polizeikette an der Grenze nach Guatemala und einen Metallzaun auf mexikanischem Gebiet durchbrochen. Als der Metallzaun niedergerissen wurde, riefen hunderte Migrant*innen "und es...
Andrea Lammers zum Prozess wegen des Mordes an Berta Cáceres
73
Am 17. September soll der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder der Umweltaktivistin Berta Cáceres beginnen. Andrea Lammers vom Oekubüro für Frieden und Gerechtigkeit in München wird zum Prozess nach Honduras reisen. Wir haben mit ihr gesprochen. Jahrelang hatte Berta Cáceres sich gegen den Bau des Wasserkraftwerks Augua Zarca am Gualcarque-Fluss eingesetzt. Sie war Mitbegründerin des Rates zivilgesellschaftlicher und indigener Organisationen COPINH. Für ihren Kampf um Sch...
onda-info 442
68
Hallo und willkommen zum onda-info 442! Nach einem Haufen Nachrichten aus Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Deutschland haben wir zunächst einen Mini-Beitrag aus dem Norden Argentinien für euch: Das Sekretariat für Menschenrechte der Provinz Chaco sichert den im Norden Argentiniens lebenden indigenen Familien mehr staatliche Unterstützung zu. Dazu gibt's Musik der Toba von Samuel Acosta aus dem Chaco. Und anschließend haben wir ein Interview mit Andrea Lammers vom Oe...
onda-info 439
48
Hallo und Willkommen zum onda-info 439! Bei frischer Wassermelone und fast 40 Grad im vierten Stock produzieren wir für Euch unsere Sommerlochausgabe vom onda-info! Dabei führt uns der Weg zunächst nach Honduras. Zu Besuch in Berlin war die honduranische Schriftstellerin Melissa Cardoza. Wir interviewten sie zu ihrem 2012 erschienenen Buch 13 colores de resistencia, 13 Farben des honduranischen Widerstandes. Außerdem hört ihr eine Kurzgeschichte aus ihrem Buch, übersetzt ...
Soja-Anbaufläche wird deutlich ausgeweitet
57
(Asunción, 4. Juli 2018, base-is).- Der Soja-Anbau ist in Lateinamerika weiter auf dem Vormarsch. In Paraguay soll die Fläche in den kommenden Jahren um 5.000 Quadratkilometer wachsen. Dies ist dem Bericht „Perspectivas Agrícolas 2018 - 2027“ zu entnehmen, der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) sowie der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, erstellt wurde. In Lateinamerika dürften von der ...