Lateinamerika

CEPAL-Studie: Anstieg der Investitionen in Lateinamerika


(Fortaleza, 28. Mai 2009, adital).- CEPAL–Studie: Anstieg der Investitionen in Lateinamerika

Trotz der weltweiten Finanzkrise stiegen im vergangenen Jahr die ausländischen Direktinvestitionen in Lateinamerika und der Karibik auf das Rekordniveau von 128,3 Mrd. Dollar. Dies geht aus dem „Jahresbericht 2008 zu Direktinvestitionen in Lateinamerika und der Karibik“ hervor, den die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik CEPAL (Comisión Económica para América Latina y el Caribe) veröffentlicht hat.

Laut dem am 27. Mai von der Generalsekretärin der Kommission, Alicia Bárcena, vorgestellten Papier, stiegen die Direktinvestitionen um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Dies ist laut CEPAL besonders bemerkenswert, da die Direktinvestitionen weltweit um 15 Prozent zurückgegangen sind.

Unter den südamerikanischen Ländern ist Brasilien demnach der größte Investitionsstandort mit 30 Prozent Zuwachs im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr. Brasilien, Chile und Kolumbien sind die Hauptinvestitionsstandorte in Südamerika. Insgesamt 80 Prozent aller getätigten Direktinvestitionen gehen in diese Staaten.

Der Bericht registriert zwei verschiedene Tendenzen in der Region. Während die Mehrheit der Länder dank der hohen Rohstoffpreise und des subregionalen Wirtschaftswachstums einen Investitionszuwachs um fast 24 Prozent im Vergleich zu 2007 verzeichneten, schrumpften die Finanzeinnahmen Mexikos und des karibischen Beckens um 5 Prozent. Diese Regionen, mit ihren exportabhängigen Manufakturbetrieben und der Tourismusindustrie sind am stärksten von der Krise in den USA in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Dennoch glaubt die Kommission, dass sich in diesem Jahr ein solches Wachstum nicht wiederholen wird. Für die CEPAL ist es zwar schwierig, aufgrund der Uneinschätzbarkeit von Dauer und Dimension der aktuellen Krise, die Direktinvestitionen für das Jahr 2009 einzuschätzen. Doch laut Bericht zeigen Voraberhebungen und Tendenzen einen Einbruch der Direktinvestitionen um 35 bis 45 Prozent an.

Damit, so betont die CEPAL, steht Lateinamerika vor der Herausforderung, die Erträge der Direktinvestitionen festzuhalten, wofür eine Neuausrichtung der staatlichen Wirtschaftsförderung für produktive Industrien, fokussiert auf die Innovation und Stärkung lokaler Kompetenzen, nötig ist.

„So ist die relevante Frage nicht allein, wie viel Direktinvestitionen man erhält, sondern auch, was mit diesem Geld geschieht und was dadurch erreicht wird. In diesem Kontext wären der Aufbau und die Stärkung produktiver Bereiche der Binnenwirtschaften eine angemessene Reaktion auf die weltweite Krise, um nicht nur die Gewinne aus Direktinvestitionen zu maximieren, sondern auch die der eigenen Investitionen im Ausland zu erhöhen“, so das Ergebnis der Studie.

Der komplette Bericht kann im Original unter dem Titel „La inversión extranjera directa en América Latina y el Caribe 2008“ auf der CEPAL–Seite www.eclac.org heruntergeladen werden.

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