Guatemala

Campesinos feiern Unterbrechung des Betriebs der Mine Marlin


(Buenos Aires, 19. August 2010, púlsar).- Die Generalstaatsanwaltschaft hat am 21. Juli 2010 verfügt, dass der Betrieb der umstrittenen Mine Marlin im Department San Marcos im Westen Guatemalas so lange eingestellt werden muss, bis Untersuchungen wegen der Anzeigen von Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen abgeschlossen sind. Dies hatte bereits die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) im Mai 2010 verfügt. Die Mine blieb jedoch zunächst weiter in Betrieb. Sie wird vom Unternehmen Montana Exploradora unterhalten, das zur kanadischen Gold Corp gehört.

Der Vorsitzende des Bauern- und LandarbeiterInnenverbands CUC (Comité de Unidad Campesina), Daniel Pascual sieht in dem Urteil einen „ersten wichtigen Schritt“. Bereits seit Jahren gibt es Auseinandersetzungen zwischen der Mine und den indigenen bzw. bäuerlichen Gemeinden der Region. Es wäre ein „sehr bedeutender Sieg“, wenn das Unternehmen seine Arbeiten in den Gemeinden San Miguel Ixtahuacán und Sipacapa tatsächlich endgültig stoppen müsste, erklärte Pascual. Seiner Ansicht nach könne daraus ein Präzedenzfall für andere Konflikte werden, bei denen es um Umweltschutz und Bergbau geht. Gegenwärtig sind in Guatemala 319 Bergbaulizenzen vergeben.

Im Gespräch mit Radio Mundo Real unterstrich der Bauernführer, dass die Mine bisher stets jegliche Verantwortung für die von den Bauern und Bäuerinnen angezeigten Menschenrechtsverletzungen sowie die Verfolgung von Landarbeiter*innen von sich gewiesen habe. Sogar nachdem die CIDH den guatemaltekischen Staat dazu aufgefordert hatte, die Mine zu schließen, habe sich daran nichts geändert.

Die Menschenrechtskommission hatte die Schließung im Mai 2010 verfügt, nachdem 18 Gemeinden der Maya Man und Sipakense geklagt hatten, weil seit dem Abbau von Gold und Silber durch das Unternehmen Montana ihre Wasserquellen verschmutzt sind und sie unrechtmäßig von ihren Territorien vertrieben werden.

CC BY-SA 4.0 Campesinos feiern Unterbrechung des Betriebs der Mine Marlin von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Wenn Gift drin ist, ist es kein Lebensmittel
36
Wenn Gift drin ist, ist es kein Lebensmittel – da gibt es für Gabriel und Andrea keine Diskussion. Die beiden leben und arbeiten auf der Chacra „La Bonita", einem kleinen Öko-Bauernhof in der Provinz Buenos Aires. Hier stellen sie Käse her, kochen Marmelade ein und versorgen sich und die Nachbarschaft mit nachhaltig produziertem Essen.  Eine Audio-Slideshow von Ximena Cosin und Christian Rollmann über den gelebten Widerstand gegen die industrielle Landwirtschaft.
Bergbau: Für die einen Millionengewinne – für die anderen Armut und Krankheit
42
(Oaxaca, 13. August 2019, La Minuta).- Das Bergbauunternehmen Cuzcatlán in San José del Progreso, Oaxaca, betreibt eine der größten Minen von Mexiko. 2017 baute es 7,5 Millionen Feinunzen (etwa 230.000 Kilo) Silber ab und erhöhte die Menge ein Jahr später auf acht Millionen Feinunzen. Außerdem werden hier jedes Jahr mehr als 50.000 Unzen (ca. 1.400 kg) Gold gefördert. Die Rechte für die Ausbeutung der Minen hat sich das kanadische Bergbauunternehmen Fortuna Silver gesichert, ...
Uruguay: Mehr Gemüse aus Bioanbau?
117
Gemüse aus konventionellem Anbau werden üblicherweise üppig mit Pestiziden behandelt - und diese sind bekanntermaßen umwelt- und gesundheitsschädlich. Trotzdem ist der Verzehr von Bioprodukten nur bei einer kleinen, meist mittelständigen Minderheit die Regel. Klar, Bio ist teurer. In Uruguay kommt hinzu, dass die meisten Bioprodukte nur schwer zu bekommen sind. Doch die Nachfrage steigt. Fälle von Gesundheitsbeschwerden durch den Pestizideinsatz im Land haben viele Menschen b...
Hinhörer: SDG 2 Kein Hunger
28
Onda „Hinhörer“: Nachhaltige Entwicklungsziele in wenigen Minuten auf den Punkt gebracht. Argumente, Infos und Straßenumfragen aus Deutschland und Lateinamerika. Heute: Kein Hunger
onda-info 461
118
Hallo und willkommen zum onda-info 461! Diesmal gibt es ein Spezial und unsere Sendung dreht sich heute um Argentinien. Am 1. August 2017 starb der argentinische Aktivist Santiago Maldonado nach einem Polizeieinsatz. Die ungeklärten Umstände seines Todes brachten 300.000 Menschen auf die Straße und setzten die Regierung unter Druck. Jetzt konnten wir mit seinem Bruder Sergio sprechen, als dieser in Berlin zu Gast war. Argentinien ist weltberühmt für sein Rindfleisch. De...