Lateinamerika

Buch von Eduardo Galeano posthum veröffentlicht


Der Autor bei einer Lesung in einem Buchladen in Vicenza (Italien) im Jahr 2008 / Foto: Mariela De Marchi Moyano, CC BY-SA 2.0, Flickr

Der Autor bei einer Lesung in einem Buchladen in Vicenza (Italien) im Jahr 2008 / Foto: Mariela De Marchi Moyano, CC BY-SA 2.0, Flickr

(Mexiko-Stadt, 13. April 2016, desinformemonos).- Knapp ein Jahr nach dem Tod des am 13. April 2015 in Montevideo verstorbenen uruguayischen Schriftstellers und Journalisten Eduardo Galeano ist ein Buch aus seinem Nachlass erschienen. „El Cazador de Historias“ („Der Geschichtenjäger“) wurde zunächst in Argentinien und in Mexiko veröffentlicht. Eduardo Galeano war in den 1970er Jahren mit seinem Buch „Las venas abiertas de América Latina“ („Die offenen Adern Lateinamerikas“) weltberühmt geworden. Er hinterließ den Text des nun veröffentlichten Buchs vollständig und korrigiert. In Verlegerkreisen ist die Rede von einem Werk, aus dem Rohheit, Sanftheit und Humor der heutigen Welt sprächen.

Großes Unbehagen am 21. Jahrhundert

Dem Verlag Siglo XXI zufolge schreibt Eduardo Galeano über Realitäten, die eigentlich klar erkennbar sind, aber doch nicht von allen gesehen werden. Auf der Rückseite des Buchdeckels heißt es: „Das 21. Jahrhundert erweist sich nicht gerade als ein großes. Die Missbräuche eines Systems aus Reichen, die immer reicher werden und immer unverschämter, sind an der Tagesordnung.“

Gedanken über den Tod

Die Leser*innen von „El Cazador de Historias“ finden einige schöne und kraftvolle Geschichten, die staunen machen. Diese erzählen von Kindheit und Jugend Galeanos, von seinen ersten Reisen durch Lateinamerika, von den Menschen, die sein Leben und sein Schreiben prägten – es geht aber auch um die Vorstellungen, die sich der im Alter von 74 Jahren an Lungenkrebs Gestorbene über den Tod machte.

Feilen an den Texten bis zum Schluss

Verleger Carlos Díaz erklärt, das Buch habe aufgrund des Gesundheitszustandes von Galeano nicht mehr zu dessen Lebzeiten veröffentlicht werden können. Man habe ihm den Stress ersparen wollen, der mit jeder Veröffentlichung verbunden sei und sich für eine Verschiebung entschieden.

Galeano habe seine letzten Monate mit dem verbracht, was er mit am meisten liebte: Texte zu schreiben und immer wieder an ihnen zu feilen. Augenzwinkernd sprach er von „Kritzeleien“, von denen einige sich nun im posthum erschienenen Buch finden.

CC BY-SA 4.0 Buch von Eduardo Galeano posthum veröffentlicht von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Nauta – Wandbilder über die Kautschuk-Epoche Von Leonardo Tello* Ein Wandbild in Nauta entsteht. Teil einer ganzen Serie, mit der die Kukama die bittere Geschichte der Kautschuk-Epoche erzählen / Foto: Leonardo Tello (Lima, 06. September 2017, servindi-poonal).- An den Wänden Nautas hat es eine Intervention zur Kautschuk-Epoche gegeben. Sechs Wandbilder wurden in der Stadt bisher geschaffen, weitere werden folgen. Entstanden sind sie im Rahmen einer Woche zu Kunst, Erinnerung und Politik, an der du teilnehmen kan...
Zehntausende gegen den Feminizid Die größte Kundgebung fand in Buenos Aires vor dem Kongressgebäude statt. Teilnehmende waren Überlebende der geschlechtsbezogenen Gewalt, sowie Freund*innen und Familienangehörige. Die Kampagne #NiUnaMenos ist im März dieses Jahres ins Leben gerufen worden, nachdem die 19-jährige Daiana García tot in einem Sack unter einer Brücke aufgefunden worden war. Sie war von dem 38-jährigen Juan Manuel Fígola ermordet worden, der sie als seine Freundin bezeichnet hatte und sich nach de...
Die würdige Tänzerin  Von Wolf-Dieter Vogel Yanel Barbeito und die DINA13-Tanzcompany in Köln / Foto: Omar Gómez (Berlin, 20. Dezember 2016, npl).- In ihrer Kindheit wurde die spastisch gelähmte Kubanerin Yanel Barbeito in der DDR behandelt, heute tritt sie im Tanztheater auf. Doch die Situation von Menschen mit Behinderungen ist auf der Insel weiterhin schwierig. Sechs Stunden Probe am Tag Anfang Mai 2016 auf dem Gelände der Kölner Wachsfabrik: Es sind die ersten sonnigen Tage des J...
Ex-Staatssekretär versteckt Millionen im Kloster Foto: Flickr/reynermedia (CC BY 2.0) (Montevideo, 15. Juni 2016, la diaria).- Der ehemalige Staatsekretär im argentinischen Bauamt, José López, wurde bei dem Versuch festgenommen, acht Millionen Dollar im Kloster Nuestra Señora de Fátima zu verstecken. López war zwölf Jahre lang die Nummer zwei im Planungsministerium. Das gesamte politische Spektrum Argentiniens beeilte sich, das Verhalten von López zu verurteilen. In einer Pressekonferenz am 14. Juni erklärte Kabinettsch...
Fall Victor Jara: US-Prozess gegen chilenischen Militärangehörigen Die schlichte frühere Grabnische Victor Jaras auf dem Cementerio General. Foto: Wikipedia (Montevideo, 14. Juni 2016, la diaria).- “Wie Sie sich vorstellen können, ruft dieser Moment, dieser Prozess viele Erinnerungen und Gedanken wieder wach”, erklärte die 89-jährige Joan Jara gegenüber der Presseagentur EFE. Die Witwe des chilenischen Musikers Victor Jara ist eine von über 20 Zeug*innen im Zivilprozess, der am 13. Juni von einem US-Gericht gegen Pedro Pablo Barrientos N...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.