Brasilien

Brasilien Spitzenreiter bei Vertrieb des Kondoms für die Frau


von Candelaria Rodríguez

(Mexiko-Stadt, 14. August 2008, cimac-poonal).- Seit dem Jahr 2000 sind in Brasilien 16 Millionen der für Frauen entwickelten Femidome verteilt worden. Damit wurden die Erwartungen der Industrie weit übertroffen. Eine Marktforschung, die 1999 von den brasilianischen Anbietern des Femidoms in fünf Bundesstaaten durchgeführt wurde, hatte unter den Frauen eine 70-prozentige Zustimmung für das Produkt ermittelt.

Die brasilianischen Frauen bevorzugten das Kondom für die Frau als beste Lösung, so Simone Martins, Vertriebsleiterin Lateinamerika der US-amerikanischen Anbieterfirma Female Health Company. Martins berichtete über die Nutzung des Femidoms auf der 17. Welt-AIDS-Konferenz, die vom 3. bis 8. August in Mexiko-Stadt abgehalten wurde.

Für Sexarbeiterinnen sei das Kondom für die Frau sehr wichtig, da ihre Kunden oft keine Kondome benutzen wollten. Auch Frauen mit dem HI-Virus fragten das Produkt nach, da ihre Partner sich oft nicht schützen wollten. Es sei für viele Frauen deutlich einfacher, das Femidom zu benutzen, als von ihren Partnern den Gebrauch des Kondoms einzufordern.

Die Nachfrage nach Femidomen steigt in Brasilien; allein von Juni 2007 bis Juni 2008 wurden 4 Millionen Stück vertrieben. Trotzdem werde das Kondom für die Frau in Lateinamerika aufgrund kultureller Barrieren beargwöhnt. Martins forderte daher auch, der vorherrschende Machismo müsse stärker bekämpft werden.

Derzeit bereiten die Anbieter des Femidoms den Markteintritt in Zentralamerika, Peru, Ecuador und Argentinien vor. Martins betonte, dies sei eine wichtige Grundlage für die Durchführung von Programmen der reproduktiven Gesundheit, wie sie vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen UNFPA (United Nations Fund for Population Activities) erarbeitet würden. In Mexiko sollen vor allem neue Generationen von Frauen für das Produkt eingenommen werden.

Martins, die in Brasilien seit elf Jahren in Vertrieb und Vermarktung des Femidoms arbeitet, erläuterte die Vorteile dieses Präservativs. So könne es schon vor dem Sex in den Körper eingeführt werden und müsse nicht unmittelbar danach entfernt werden, sondern erst nach maximal acht Stunden. Zudem sei die Anwendung sexuell befriedigender als die des herkömmlichen Kondoms.

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