Brasilien Haiti

Brasilien schafft Visa-Obergrenze für Haitianer*innen ab


von Conectas

Haitianische Fluechtlinge in Acre / Agencia de Noticias do Acre, CC BY 2.0, Flickr(Fortaleza, 03. Mai 2013, adital-poonal).- Die brasilianische Regierung hat eine Überarbeitung der Einwanderungspolitik für Haitianer*innen beschlossen. Am vergangenen 29. April wurde in der Zeitung ‚Diario Oficial‘ der Beschluss Nr. 102/2013 des Nationalen Einwanderungsrates CNIg (Consejo Nacional de Inmigración) veröffentlicht, der sowohl das Ende der Maximalgrenze von jährlich 1.200 Visa für Haitianer*innen festlegt, als auch, dass diese ausschließlich durch die brasilianische Botschaft in Puerto Principe ausgestellt werden dürfen.

Visabeschränkung löst keine Probleme

Nach der Abschaffung einer Obergrenze für humanitäre Visa durch das interministerielle Organ des CNIg am 12. Dezember 2012 stand eine amtliche Bestätigung über die Einwilligung der zuständigen Ministerien und des Kabinetts noch aus.

Der Fall der Haitianer*innen zeigt, dass spontane Reaktionen, wie die Schaffung besagter humanitärer Visa, keine Probleme lösen. Die Situation der haitianischen Zuwanderer in Brasilien war in den letzten Monaten Gegenstand verschiedener Maßnahmen der brasilianischen Menschenrechtsorganisation Conectas. Zu Jahresbeginn sandte Conectas einen Brief an die brasilianische Regierung mit Fragestellungen über die Einwanderungspolitik des Landes.

Rund 200.000 Migrant*innen ohne Papiere

Mit 1,5 Millionen im Land lebenden legalisierten Migrant*innen und schätzungsweise 200.000 Migrant*innen ohne Papiere ist es essentiell, dass Brasilien den Weg einer von den Menschenrechten geleiteten Politik geht. Die vom CNIg vorgeschlagene Migrationspolitik, welche Gegenstand einer öffentlichen Befragung war und dazu beiträgt, für die Einhaltung der Menschenrechte zu sorgen, ist seit 2010 in der Regierung zum Stillstand gekommen.

„Wir hoffen, dass die neue Entscheidung eine wirkliche Öffnung Brasiliens darstellt und die Rechte der Migranten garantiert werden. Brasilien benötigt eine Migrationspolitik, die über ‚oberflächliches Ausbessern‘ hinausgeht“, erklärt Cammila Asano, Koordinatorin des Programmes für Außenpolitik und Menschenrechte der Organisation Conectas.

CC BY-SA 4.0 Brasilien schafft Visa-Obergrenze für Haitianer*innen ab von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Kerzen für Joane Florivil – junge Haitianerin in Polizeigewalt verstorben   Kerzen für die in Haft verstorbene Haitianerin Joane Florivil. Die aus Haiti angereisten Angehörigen verlangen, dass der chilenische Staat die Überführung des Leichnams der jungen Frau veranlasst. / Foto: twitter, piensa prensa/@panbecerra (Caracas, 03. Oktober 2017, telesur).- Am 30. August hatte man Joane Florivil beschuldigt, ihre Tochter ausgesetzt zu haben. Obwohl Frau Florivil und ihr Ehemann die Anschuldigung zurückwiesen, wurde die junge Frau verhaftet u...
Kurzes Wiedersehen für getrennte Familien Die getrennten Familien durften sich nur kurz wiedersehen. Foto: Desinformémonos/Luis Pablo Hernández Espino (Mexiko-Stadt, 26. Juni 2017, desinformémonos).- Angehörige von etwa 300 Familien, die durch die Abschiebungen aus den USA getrennt worden waren, konnten sich am 24. Juni für wenige Minuten wieder in die Arme schließen. Die Aktion "Umarmungen statt Mauern" fand am Río Bravo in Höhe des Puente Negro statt und wurde von Aktivist*innen und Menschenrechtler*innen des B...
Das Leid der Migrant*innen Von Arnaldo Pérez Guerra Santiago de Chile, 1. Mai 2017: Migrant*innen fordern ihre Rechte ein. Foto: Noticias Aliadas/Arnaldo Pérez Guerra (Lima, 14. Juni 2017, noticias aliadas).- 1992 lebten in Chile 100.000 Migrant*innen. Im Jahr 2013 zählte man schon gute 400.000; heute sind es fast eine halbe Million. Die meisten leben in der Hauptstadtregion, in Valparaíso und im Norden des Landes. Der größte Teil ist im Dienstleistungssektor, im Bergbau, in der Industrie, in de...
Vertriebene hängen an der Grenze fest Die vertriebenen Familien aus Guatemala hängen an der mexikanischen Grenze fest. Foto: Desinformémonos (Mexiko-Stadt, 9. Juni 2017, desinformémonos/poonal).- Am 2. Juni sind etwa 500 Menschen aus der Gemeinde San Andrés in der guatemaltekischen Provinz Petén durch ein massives Polizeiaufgebot vertrieben worden. Nachdem sie mehrere Kilometer durch den Regenwald gelaufen sind, hängen sie nun in der Gemeinde Candelaria im mexikanischen Bundesstaat Campeche fest. Nach Angaben v...
onda info 406 Hallo und Willkommen zum onda-info 406! Zunächst unsere Nachrichten aus Berlin: Zeckenbisse, Kopfläuse und eine kaputte - und wieder reparierte Festplatte hielten die Spannung in der onda-info Redaktion auf Laufen! Doch aus aus Lateinamerika gibt es einiges zu berichten! Ihr hört Nachrichten aus Mexiko und Guatemala. 
Danach geht es weiter nach Brasilien: Dort plant die Regierung eine Arbeits- und Rentenreform mit tiefgreifenden sozialen Einschnitten bei den Beschäftigten. Do...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.