Paraguay

Bauernverband beklagt Fehlgeburten durch Pflanzengifte


von Argenpress

Agrargifte  Setsuo-Tahara, CC BY-NC-ND 2.0,  flickr(Concepción, 31. Oktober 2012, medio a medio-poonal).- Der Nationale Bauernverband Paraguays FNC (Federación Nacional Campesina paraguaya) hat Ende Oktober beklagt, dass die Verwendung von gesundheitsschädigenden Pflanzengiften auf den Sojafeldern bei den Landarbeiterinnen zahlreiche Fehlgeburten und andere Krankheiten hervorgerufen hat.

 

Nach Angaben der Organisation, die 30.000 Bäuerinnen und Bauern vertritt, zwingt die gegenwärtige Situation viele Familien dazu, ihre Arbeit aufzugeben, um ihre Kinder zu schützen.

Kopfschmerzen, Übelkeit und Allergien

Der stellvertretende Generalsekretär des FNC, Marcial Gómez, bestätigte, dass die Berichte unter anderem aus den Dörfern San Juan, Puente Kyha, Huber Duré, Crescencio González und General Resquín kommen, die in den Landkreisen von Canindeyú und San Pedro liegen. In dieser Gegend gibt es viele Tausend Hektar, die für den Sojaanbau genutzt werden und auf denen Unternehmer*innen und Großgrundbesitzer*innen Besprühungen aus der Luft vornehmen lassen.

Abgesehen von den Fehlgeburten klagen viele Bewohner*innen der Dörfer über Kopfschmerzen, Übelkeit und Allergien. Einige Kinder leiden auch unter Brechreiz, berichtete Gómez.

Auch Tiere verendet

Aus dem Dorf Huber Duré wurde berichtet, dass nach einer Besprühung aus der Luft auch Tiere verendet sind, die den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gehören, darunter Hühner und Enten. Mehr als 150 Personen mussten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ungefähr 200 Bewohner*innen des an Huber Duré grenzenden Dorfes Maracaná Núcleo 8 haben gegen die großflächige Besprühung eines Sojafeldes, das direkt neben einer Schule liegt, protestiert. Auf die Schule gehen mehr als 100 Schüler*innen.

Weitere Proteste geplant

Durch diese Berichte wird die Aufmerksamkeit erneut darauf gelenkt, dass in Paraguay genetisch modifiziertes Saatgut verwendet und Pflanzengifte von der multinationalen Firma Monsanto gekauft werden, von denen bekannt ist, dass sie eine Gefahr für die Gesundheit der Landarbeiter*innen darstellen. (siehe dazu auch “Bahn frei für den Genmais” Poonal Nr. 1008)

Der FNC kündigte an, dass die Aktionen gegen großflächige Besprühungen und die fehlende Kontrolle der Regierung, die die schädlichen Auswirkungen auf die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und die Landbevölkerung insgesamt ignoriert, fortgesetzt werden.

In Paraguay wird seit der Amtsenthebung im Sommer 2012 noch stärker auf Gentechnik gesetzt. Die Regierung Franco plant die Unterzeichnung neuer Abkommen über den Import von transgenem Saatgut.

 

Filmtipp zum Thema Soja und Paraguay:

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