Mexiko

Ayotzinapa: Eltern sollen „Realität akzeptieren“


Der alte Fuchs hats mal wieder in die Medienn geschafft. Foto: Telesur(Venezuela, 18. März 2015, telesur).- Der mexikanische Ex-Präsident Vicente Fox hat die Eltern der 43 Studenten aus Ayotzinapa, die am vergangenen 26. September in Iguala verschwunden sind, aufgefordert, „die Realität zu akzeptieren“; sie könnten schließlich „nicht ewig mit diesem Problem leben“.

Diese Erklärungen, die Fox gegenüber dem Sender Univisión abgegeben hatte, haben innerhalb der mexikanischen Bevölkerung scharfe Kritik hervorgerufen. „Als Familienvater“ erklärte er, an die Eltern gerichtet, zwar handele es sich um eine Tragödie, dennoch könnten sie nicht ewig mit diesem Problem weiterleben, das Leben gehe weiter: „Wie schön, dass sie so sehr ihre Söhne lieben, wie schön, dass sie sie vermissen und um sie weinen; aber es wird Zeit, dass sie die Realität akzeptieren. Es muss weitergehen im Land und auch sie müssen mit ihren Familien weiter machen“.

Fox lästert über Aristegui

Fox äußerte sich ebenfalls zur Entlassung der Journalistin Carmen Aristegui, nachdem ihr Arbeitgeber Noticias MVS tagelang eine Kampagne gegen sie und ihr Team lanciert hatte. Die mexikanische Journalistin hatte Informationen über die Existenz eines millionenschweren Hauses der Ehefrau des Präsidenten Enrique Peña Nieto veröffentlicht. Er sei nicht damit einverstanden, ließ Fox wissen, dass Aristegui „nach dem schwarzen Körnchen im Reis sucht, nur um ein Publikum für ihre Sendung zu finden“.

Die Äußerungen des Expräsidenten kamen nur einen Tag, nachdem die sogenannte „Karawane 43“ aus San Antonio aufgebrochen war. Dabei handelt es sich um eine Rundreise der Eltern der 43 Studenten in die USA, um dort über den Fall ihrer verschwundenen Söhne zu informieren. Am 16. März hatten die Angehörigen internationale Organisationen wie Amnesty International und die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) aufgefordert, sich an den Untersuchungen des Falles zu beteiligen, in der Hoffnung, doch noch irgendwann zu erfahren, was mit den Studenten wirklich passiert ist. Die Karawane wird einen Monat lang durch 43 Städte in den USA reisen.

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