Uruguay

Autonomes Zentrum La Solidaria geräumt


Protestkundgebung gegen die Räumung von La Solidaria

Portestkundgebung gegen die Räumung von La Solidaria / Foto: la diaria, Pablo Vignali

(Montevideo, 22. März 2017, la diaria).- Am 21. März wurde das autonome soziale Zentrum La Solidaria in Montevideo nach jahrelangem Rechtsstreit geräumt. Das Zentrum, in dem sich auch ein Café und die soziale Bibliothek Tierra Purpúrea (purpurne Erde) befanden, wurde als Versammlungsort für verschiedene Gruppen genutzt. Von dort aus sendete auch ein Radiokollektiv.

Am angekündigten Termin der Räumung, am Morgen des 21. März, hatten die Nutzer*innen des sozialen Zentrums das Gebäude verlassen. Am Nachmittag versammelten sich mehrere Personen vor dem Haus, um gegen die Räumung zu demonstrieren. Von dort aus zogen sie sie zum Sitz des uruguayischen Parlaments. Danach kam es zu Randalen, bei denen Steine gegen Schaufenster von Geschäften und auch dem Sitz der Kommunistischen Partei geworfen wurden. Es kam sogar zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrant*innen und Parteimitgliedern. In dem darauffolgenden Polizeieinsatz wurde die Eliteeinheit Guardia Republicana (republikanische Wache) eingesetzt. Laut Angaben des Innenministeriums wurden zwei Personen wegen Beamtenbeleidigung verhaftet.

Aktivist*innen des sozialen Zentrums definierten La Solidaria als „einen Raum für viele Projekte und Tätigkeiten, die alle den gleichen Grundsatz haben: der Macht in all seinen Formen die Stirn zu bieten. La Solidaria ist ein Ort, in dem Geld und Hierarchien nicht in Betracht kamen und auch in Zukunft nicht in Betracht kommen werden. Ein Ort, der Tag für Tag versucht, eine neue Welt ohne Stellvertreter*innen und Verhandlungen, ohne Expert*innen und Führer*innen aufzubauen, mit der absoluten Sicherheit, dass wir alle diese nicht brauchen“.


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