Peru

Annullierung der umstrittenen Dekrete 1090 und 1064 vom Parlament verabschiedet


(Buenos Aires, 18. Juni 2009, púlsar).- Das peruanische Parlament stimmte dem Gesetzesvorschlag zu, der die Gesetzentwürfe 1090 und 1064 annulliert, die von den Indígenas des Amazonasgebietes zurückgewiesen worden waren. Bereits seit dem 9. April hatten Indígenas ohne Erfolg gefordert, ein Gesetzespaket zurückzunehmen, das der Region schade.

Die indigenen Proteste erreichten ihren traurigen Höhepunkt am 5. Juni, als die Polizei brutal gegen Manifestationen in Bagua vorging und dabei mindestens 30 Indígenas und 20 Polizisten starben.

Die Regierung brachte am 18. Juni die Gesetzesvorlage 3340-2009 im Kongress ein.

Dies geschah, nachdem der Vorsitzende des Ministerrats, Yehude Simon, am 16. Juni mit Vertreter*innen von 390 indigenen Apu-Gemeinden ein Übereinkommen unterzeichnet hatte.

Darin erkannte die Regierung an, Fehler in der Auseinandersetzung mit den Völkern des Amazonas begangen zu haben.

Die Annullierung wurde mit 82 zu 12 Stimmen verabschiedet.

Außerdem wurde dem Antrag stattgegeben, Yehude Simon und die Innenministerin, Mercedes Cabanillas Bustamante, vorzuladen.

Sie werden am 24. Juni vor dem Parlament erscheinen, um ihr Vorgehen während der Auseinandersetzung in Bagua zu erklären.

Die Vizepräsidentin des Interethnischen Verbands zur Entwicklung des peruanischen Amazonasgebietes AIDESEP (Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana) sagte, „es ist ein historischer Tag für die indigenen Völker, da ihre Forderungen schließlich vom Parlament erhört wurden.“

Zapata äußerte jedoch ihr Bedauern darüber, dass einige Abgeordnete „weiterhin nicht gewillt sind, die Indígenas anzuhören und die übrigen Gesetzesbeschlüsse zurückzunehmen.“

Schließlich forderte die führende Aktivistin des Amazonasgebietes, dass der über die Amazonasregion verhängte Ausnahmezustand sowie die Ausgangsperre in Bagua aufgehoben werden.

CC BY-SA 4.0 Annullierung der umstrittenen Dekrete 1090 und 1064 vom Parlament verabschiedet von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Chile legt gegen den Trend Staudammprojekte zu den Akten Von Paula Leighton, SciDevNet (Lima, 13. Februar 2018, servindi).- Dutzende von Staudämmen zerstückeln sechs der acht wichtigsten Flüsse im andin-amazonischen Raum. Einer Studie zufolge sind 142 Staudämme bereits in Betrieb oder in Bau. 160 weitere befinden sich im Planungsstadium. Gegen diesen Trend wurden in Chile in jüngster Zeit sieben Staudammprojekte zu den Akten gelegt, da sie sich - offiziell - nicht rechneten. Staudämme zur Gewinnung von Energie aus Wasserk...
Afro-Brasilianische Geschichten aus dem Amazonasgebiet Von Nils Brock (Berlin, 5. Dezember 2017, npl).- „Als Lehrer fiel es mir immer schwer, über die Geschichte der Schwarzen zu sprechen,“ sagt João Ataide leise. Auch heute merkt man ihm das an. Sein Blick ist nach unten, auf ein Grasbüschel gerichtet. Dahinter steht ein zweigeschossiger Betonbau mit Seminarräumen, ganz ähnlich der Schule im brasilianischen Macapá, einer 300.000 Einwohner-Stadt im nördlichen Amazonasgebiet Brasiliens, wo Ataide sonst unterrichtet. „Stell ...
„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“ Von Darius Ossami (Berlin, 25. Dezember 2017, npl). Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne - sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline "Oleoducto Norperuano" ge...
„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“ Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne - sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline "Oleoducto Norperuano" gehört der staatlichen Erdölgesellschaft Petroperú. Die Pipel...
onda-info 427 Pünktlich zum Weltradiotag beglücken wir Euch mit einem neuen Nachrichten und Beiträgen aus Lateinamerika. In Costa Rica hat es bei den Präsidentschaftswahlen ein evangelikaler Prediger mit homophoben Parolen in die Stichwahl geschafft. In Brasilien geht der Ausbau des schnellen Internets voran! Aber um auch hintersten Winkel des Regenwaldes zu vernetzen, braucht es viele Tausend Kilometer Glasfaserkabel, unzählige Funk-Antennen – und das nötige Kleingeld. Und natürlich gute ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.