Mexiko

Angehörige einer ermordeten Menschenrechtsktivistin entführt


von Alejandro Pacheco

alt(Buenos Aires, 11. Februar 2011, púlsar).- Am 7. Februar sind drei Familienangehörige der ermordeten Menschenrechtlerin Josefina Reyes im Bundesstaat Chihuahua entführt worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) forderte die mexikanischen Behörden auf, den Aufenthaltsort der drei Entführten herauszufinden.

Die Entführung fand in dem östlich von Ciudad Juárez gelegenen Dorf Guadalupe Distrito Bravos statt. Bewaffnete Männer hatten die Mutter, die Tochter, die Schwägerin und zwei Brüder der ermordeten Aktivistin gezwungen, aus ihrem Wagen auszusteigen und hielten sie fest. Kurze Zeit später wurden die Mutter, Sara Salazar, und die Tochter von Josefina Reyes freigelassen, während der Aufenthaltsort der Brüder, Malena und Elías Reyes, und der Schwägerin, Luisa Ornelas, weiter unbekannt bleibt.

Amnesty International betonte, dass sich die Entführten in Lebensgefahr befänden und es sich in dieser Sache um keinen Einzelfall handele.

Zwei Häuser angezündet

Seit der Entführung befinden sich zwei Tanten der Opfer im Hungerstreik. Eine Woche nach der Entführung zündeten Bewaffnete das Haus von Sara Salazar an; eine Nacht darauf brannte das Haus einer Unterstützerin der Familie.

Josefina Reyes wurde am 3. Januar 2010 in Ciudad Juárez von Unbekannten erschossen. Die Täter konnten bislang nicht gefunden werden. Der Bruder der getöteten Aktivistin, Rubén Reyes, wurde am 18. August 2010 ebenfalls ermordet. Auch in diesem Mordfall gibt es keine nennenswerten Ermittlungsergebnisse.

Josefina Reyes hatte über zehn Jahre lang aktiv an Protesten teilgenommen. Sie prangerte die nach wie vor ungeklärte Mordserie an Frauen in Ciudad Juárez an, sowie die Verletzungen der Grundrechte seitens der mexikanischen Armee im Kampf gegen die Drogenkartelle.

Die Regierung unter Felipe Calderón versucht seit Übernahme der Regierungsgeschäfte 2006 mit Hilfe des Militärs und der Militärpolizei die Drogenkartelle zu zerschlagen. Seitdem sind nach offiziellen Angaben mindestens 30.000 Menschen ums Leben gekommen.

(Foto: Flickr/jrsnchzhrs)

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