Mexiko

Amnesty International fordert Schutzmaßnahmen für Lydia Cacho


Die Journalistin Lydia Cacho / Mari Resendiz, wikipedia(Mexiko-Stadt, 05. Juli 2011, cimac).- Nachdem die Journalistin Lydia Cacho sowohl in Spanien als auch in Mexiko erneut Morddrohungen erhalten hat, forderte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International von der mexikanischen Regierung, Schutzmaßnahmen für die Journalistin zu ergreifen.

Cacho, die in Cancun lebt, habe Mitte Juni zunächst per E-Mail eine Morddrohung erhalten, die an die Lydia-Cacho-Stiftung in Madrid ging. Die Stiftung unterstützt Korruptionsopfer. Wenige Tage später habe Cacho einen Anruf bekommen, heißt es in einer Eilaktion von Amnesty International.

Anzeige in Spanien und Mexiko erstattet

Beide Drohungen bezogen sich auf Cachos journalistische Arbeit. Wenn sie ihren Mund nicht halte, werde sie umgebracht. Diese Drohungen seien die letzte Warnung, seien Inhalte der Drohungen gewesen. Sowohl bei der mexikanischen Polizei (Dirección General de la Policía) als auch bei der spanischen Guardia Civil sei daraufhin Anzeige erstattet worden, so die Menschenrechtsorganisation.

Lydia Cacho hatte 2005 das Buch „Los demonios del Edén“ (“Die Dämonen des Paradieses”) veröffentlicht, in dem sie über einen Kinderpornographiering berichtet, der mutmaßlich mit Wissen und unter dem Schutz von Politiker*innen und Geschäftsleuten in den Bundesstaaten Quintana Roo und Puebla operierte. Seither wurde sie mehrfach bedroht und schikaniert.

Veröffentlichungen über Netzwerke der Kinderpornographie

Aufgrund von Verleumdungsklagen und unrechtmäßigen Verfahren war Cacho im Dezember 2006 vorübergehend inhaftiert und wurde bedroht und drangsaliert. Nach diesem Vorfall veröffentlichten Medien Mitschnitte von Telefongesprächen, die ehemalige hohe Regierungsangehörige des Bundesstaates Puebla mit der Inhaftierung und Drangsalierung von Lydia Cacho in Verbindung brachten.

Auch in den folgenden Jahren erhielt die Journalistin weitere Drohungen. Manche davon sollten Vergeltungsmaßnahmen für ihre Arbeit als Journalistin und Menschenrechtsverteidigerin in einem Frauenhaus in Cancún sein, so Amnesty International.

CIDH fordert staatlichen Schutz für Cacho

Cacho veröffentlichte im vergangenen Jahr ein weiteres Buch. In „Esclavas del poder“ (Sklavinnen der Macht) deckte sie 2010 erneut einen Frauen- und Mädchenhandelsring auf und nennt Namen von mutmaßlich an diesen kriminellen Netzen beteiligten Personen.

banner ddhh

CC BY-SA 4.0 Amnesty International fordert Schutzmaßnahmen für Lydia Cacho von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Droht der CIDH die Pleite?  Die Arbeit der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, kurz: CIDH, ist durch Finanzierungsprobleme stark gefährdet. Zu der Mission der in Washington ansässigen Kommission gehören der Schutz und die Förderung der Menschenrechte auf dem gesamtamerikanischen Kontinent. Im Jahr 1959 von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gegründet, stellt die CIDH bis heute die für den Kontinent wichtigste Menschenrechtskontrollinstanz dar. Sollte es bis Ende Septem...
onda-info 388 Hallo und willkommen zum onda-info 388. Wir beginnen unsere heutige Sendung mit zwei Meldungen. Mexiko versucht nicht nur in der Bildungs- und Wirtschaftspolitik Europa und den USA nachzueifern. Das trifft vor allem auch auf den Agrarsektor zu. Denn auch in Mexiko bekommen den größten Teil staatlicher Subventionen einige, wenige Großbetriebe. Die Kleinbauern gehen in der Regel leer aus. Dagegen protestierten diese in Mexiko-Stadt. Eine positive Nachricht erreichte uns aus ...
2016: Zwischen Januar und Juli bereits 25 Journalist*innen ermordet Von Ernesto Carmona, Ciap-Felap*(Santiago, 2. August 2016, agenciadenoticias).- Nach den Statistiken der lateinamerikanischen Journalist*innenvereinigung CIAP-FELAP wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 25 Journalist*innen und Pressemitarbeiter*innen getötet: zehn in Mexiko sowie ein weiterer mexikanischer Journalist, der auf US-amerikanischem Boden ermordet wurde. Dazu kamen fünf in Guatemala, vier in Honduras, drei in Brasilien, einer in El Salvador sowi...
Lateinamerika: 2015 wurden 122 Umweltschützer*innen ermordet (Lima, 30. Juni 2016, noticias aliadas).- Im Jahr 2015 erreichte die Zahl der weltweit ermordeten Umweltschutzaktivist*innen einen neuen traurigen Höhepunkt. Die Organisation Global Witness spricht von einem Anstieg um 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 122 der insgesamt 185 Todesopfer wurden in Lateinamerika ermordet. Brasilien wird von Global Witness als das gefährlichste Land eingeschätzt, hier wurden 50 Umweltaktivist*innen ermordet. Es folgen Kolumbien (26), Peru (12), Ni...
onda-info 385 Hallo und Willkommen zum Onda Info 385! Unsere heutige Sendung beginnt mit einer Meldung aus Mexiko: In einer vor kurzem veröffentlichten Studie weist Amnesty International nach, daß in Mexiko sexuelle Gewalt gegen Frauen regelmäßig von sogenannten Sicherheitsorganen als Folterinstrument eingesetzt wird. Als nächstes folgt ein kurzer Bericht aus Berlin. Am 5. Juli war der argentinische Präsident Mauricio Macri bei Angela Merkel zum Staatsbesuch. Dagegen wurde mit Tango und T...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *